Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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samten  die  Umlaufszeit  der  Güter  in  der  Fabrikation,  machten
Arbeiterverschiebungen  innerhalb  der  Unternehmung  nötig,  verringerten ­
  in  der  Regel  auch  das  Arbeitstempo.  Eiu  Teil  des  Nutzens
wurde  durch  Zinsenverluste  aufgezehrt.
§  5.  Jede  Produktion  erfordert  einen  Aufwand  an  sachlichen  '
Gütern  und  Arbeit.  Eine  wirtschaftlich  vollkommene  Produktion
liegt  vor,  „wenn  der  dem  Produkte  zugesprochene  Wert  höher  ist
als  der  Wert  der  Kosten“.  (Philippovich,  Politische  Ökonomie,
I,  1.)  Der  wirtschaftliche  Erfolg  der  Produktion  liegt  in  der  Wertvergleichung ­
  zwischen  Kosten  wert  der  Güter  —  das  ist  die  Summe
aller  Aufwendungen  —  und  ihrem  Verkehrs-  oder  Gebrauchswert,
Das  ökonomische  Ziel  der  Produktion  ist  Gewinn,  ist  Reinertrag.
Demnach  sind  die  Selbstkosten  —  ein  privatwirtschaftlicher  Begriff ­
  —  Werbungs-  oder  Erwerbskosten,  mittelbare  und
unmittelbare  Ausgaben  und  Verluste,  die  zur  Erwerbung,  Sicherung
und  Erhaltung  des  Ertrages  aufgewendet  werden.
Jede  Produktion  setzt  in  der  heutigen  verkehrswirtschaftlichen
Organisation  eine  Unternehmung  voraus,  welche  produziert,  einen
Unternehmer,  der  in  wirtschaftlicher  und  rechtlicher  Beziehung  für
die  Unternehmung  die  Verantwortung  trägt,  den  Wert  der  Produktionsmittel ­
  —  Grund  und  Boden,  Kapital  und  Arbeit  —  für
den  Produktionszweck  einsetzt  „in  der  bewußten,  vernünftigen  und
erfahrungsmäßigen  Voraussicht  auf  den  Wiederersatz  dieses  Wertes
und  Erlangung  eines  höheren  Wertes  dabei  in  den  neuen  Produkten“',
(W  a  g  n  e  r,  Theoretische  Sozialökonomie,  I,  S.  146.)
Selbstkosten  sind  somit  Unternehmungskosten,  teils  persönlichen
Art  —  Unternehmer-  und  Lohnarbeit  —  teils  sachlicher  Art,  wie
Grund  und  Boden,  Kapital  in  verschiedenen  Formen.  Will  man  eine
vom  Standpunkt  des  Produzenten  brauchbare  Gruppierung  der
Unternehmungskosten  gewinnen,  eine  Einteilung,  welche  den  die
Unternehmerkosten  beeinflussenden  Umständen  gerecht  wird,  so  erscheint ­
  uns  die  natürliche  Gruppierung  zunächst  die  Scheidung  in
Anlagekosten  und  Betriebskosten  zu  sein.
Die  Anlagekosten,  das  sind  einmalige  Ausgaben  zur  Beschaffung ­
  aller  Produktionsmittel  vor  Beginn  der  produzierenden
Tätigkeit,  sind  abhängig  von  der  zukünftigen  und  beabsichtigten,
technischen  und  wirtschaftlichen  Gestaltung  der  Unternehmung.  Sie
haben  uns  hier  nur  insoweit  zu  beschäftigen,  als  sie  die  Selbstkosten
der  produzierten  Güter  beeinflussen.
Zu  den  Betriebskosten  im  weiteren  Sinne  zählen  alle
Aufwendungen  während  des  Betriebes  einer  Unternehmung  (laufende
Ausgaben).  Sie  sind  veranlaßt  durch  die  produzierende  und  erwerbende ­
  Tätigkeit  des  Unternehmers  und  abhängig  von  der  wirt-
            
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