Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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werden. In anderen Fällen steckt in 2 P der Erlös verkaufter Waren, 
deren Verbrauch nicht im Verkaufsmonat verrechnet wurde 1 ). 
3. Die bisher erörterten Berechnungsweisen setzen eine genaue 
Selbstkostenberechnung der Fabrikate, d. h. eine vollständige 
Verteilung aller Kosten oder eine ständige Inventur 
voraus. Wo dies nicht möglich ist, versucht man die monatliche 
Gewinn ermittelung durch Anwendung von Durchschnitts 
gewinnen oder durchschnittlichenEinkaufspreisen. 
a) Unter der Annahme, daß der Verkaufsgewinn im Durch 
schnitt 25 0/0 vom Umsatz beträgt, berechnet sich der bisherige Brutto 
gewinn recht einfach (Warenhandel): 
Vorrat aus dem Vorjahre Mk. 11550,— 
Wareneingang einschließlich Bezugskosten . . „ 326 780,— 
Mk. 338 330,— 
Warenverkauf (nach Abzug der 
Retourwaren und Verkaufs 
kosten) Mk. 395 470,— 
Abzüglich 25%' Durch 
schnittsgewinn . . . ,, 98 867,50 
Einkaufswert der verkauften Waren 2 ) . . . . Mk. 296 602,50 
Schätzungswert des Lagerbestandes Mk. 41727,50 
Schade, daß die geschäftlichen Verhältnisse in der Regel nicht 
so einfach sind wie diese Berechnungen. 
b) Eine andere Berechnungsweise, die nach jedem neuen Ein 
gang von Gütern oder periodenweise den durchschnittlichen 
Einkaufspreis (Bestandwert) der Lagerbestände berechnet und 
danach den Erfolg des Einzelverkaufs sofort oder nachträglich er 
mittelt, haben wir wie folgt in Vorschlag gebracht.) [Schema S. 284.] 
‘) Eine monatliche Gewinnberechnung auf Grund einer statistischen Er 
mittelung der Lagerbestände bringe ich in meinem Buche über die Kontrolle, 
1920, S. 149 f. und S. 166 f. 
! ) Nach Wagner, Über die Organisation der Warenhäuser, Leipzig 1911, 
S. 56 f., besteht für jede der zahlreichen Abteilungen eines Warenhauses ein 
besonderer Rentabilitätsfaktor, d. h. ein Bruttogewinnzuschlag in Prozenten 
vom Einkaufs- und vom Verkaufspreis, so daß sich der Einkaufswert der im 
Monat verkauften Waren berechnen läßt.
	        
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