Object : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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OESTEREEICTÎ  —  Finanzen.

Seit  Wiederconsolldirung  des  Staates  nach  Unterdrückung  der
Revolution  und  nach  Durchführung  der  neuen  Organisation  waren  die

Reclmungsergehnisse  :
1R52  1353
Ordentliche  Ausgabe  .  274’587,121  28r/.313,6t0
Ausserordentliche  Ausgabe  ö'225,Hl8  7'r>47,()18

Gesammtausgahe  .  .  279‘812,430  2!)3  000,(528
Gesammteinnahme  .  .  226’3C5,108  237'130,003

1854
294’520,681
Ol’h  10,005
380,040,040
245’333,724

Dehzit  ....  53’44  7,331  50’823,035  140712,922
Die  „ordentlichen"  Ausgaben  allein  erheischen  fortwährend  weit  mehr,
als  die  ordentlichen  und  ausserordentlichen  Einnahmen  zusammen  ertragen.

Bejiierlcungen  zu  dev  Ehwrdnuev.  Von  den  3  I  laupteinnahmopositioncn
  kommen
auf  die  Domänen  .  .  4,03  Proz.
-  direkten  Steuern  .  37,10  -  ,
-  indirekten  Auflagen  58,81
Ebenso  wie  in  England  und  Frankreich,  fällt  auch  hier  der  geringe ­
  Ertrag  der  Domänen  auf.  In  Wirklichkeit  ist  das  unmittelbare
Staatseigenthum  bei  Weitem  nicht  mehr  so  bedeutend,  wie  man  nach
der  Ausdehnung  des  Reiches  erwarten  sollte.  Vieles  ward  früher
verschleudert.  Dazu  kommt  aber  noeb  weit  mebr  eine  unzweckmässige
Bewirthsebaftung;  denn  der  verbältnissmässig  kleine  Ertrag  dieser
Güter  stellt  in  gar  keinem  Verhältnisse  zu  ihrem  Werthe.  —  Das
BeMeuerungswesen  ist  gleichfalls  in  vielen  Beziehungen  verwerflich.
Man  war  genöthigt,  die  directen  und  indirecten  Steuern  möglichst  in
die  Höhe  zu  treiben  ;  doch  ungeachtet  dessen  konnte  man  nicht  einmal
annähernd  eine  Ausgleichung  mit  dem  Bedarfe  erzielen.  Viele  Auflagen
treffen  die  nothwendigsten  Lebensbedürfnisse:  Brod,  Fleisch,  Salz;
dann  Wein,  Bier,  Tabak  etc.  Der  Staat  unterhält  das  sittenverderbliche ­
  Zahlenlotto,  und  gestattet,  gegen  Abgabe  von  10  Proz.,  Privat-Güterlotterion
  (diese  sollen  30,000  bis  200,000  fl.  jährlich  ertragen!).
—  Es  ist  übrigens  zu  bemerken,  dass  die  vorstehenden  Summen  sämmtlich
  aus  Nettobeträgen  bestehen,  von  denen  man  die  sehr  bedeutenden ­
  Erhebnngs-  und  Betriebskosten  bereits  abgesetzt  hat.  Zu  Anfänge
der  1840er  .Jahre,  bei  einer  Reineinnahme  von  79T00,000  fl.,  beliefen
sich  die  gedachten  Kosten  auf  .36*700,000.  —  In  den  11  Jahren
184.5—55  sind  allerdings  die  ordentlichen  Einnahmen  um  98,  es  sind
daneben  aber  die  ordentlichen  Ausgaben  um  148  Mill,  gewachsen.
Da  die  Bevölkerung  des  Steuerbezirks  1845  nur  22V2  Mill.  Menschen
betrug,  so  liätte  man,  nach  den  grossen  Erhöhungen  der  Steuern  und
nachdem  Ungarn  dem  österreichischen  Steuersysteme  unterworfen
worden,  eine  grössere  Vermehrung  der  Einkünfte  erwarten  dürfen.  —
Tm  letzten  .Jahre  sind  die  Erträge  der  líinkommenstcuer  um  78,000,  des
Salzmonopols  um  1*810,000  und  der  Mäuthe  (Accise)  um  170,000  fl.
gegen  das  Vorjahr  herabgegangen;  die  Zolleinkünfte  sind  seit  1852
um  mebr  als  9  Millionen  gesunken  (der  Ertrag  der  Zölle  war  1853
28*728,16.^.  Gerade  dies  sind  Einkünfte,  welche  auf  Steigen  oder
Sinken  des'Volkswohlstandes  schliessen  lassen.  Dagegen  erhöhte  man
die  directen  Steuern;  allerdings  stiegen  auch  die  Erträge  der  „Ver-
            
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