Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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(= 200% der Selbstkosten;, ein rechnerisch richtiges, wirtschaft 
lich-kalkulatorisch ein unmögliches Ergebnis. Bei einem fest 
stehenden Verkaufspreis von 90 Mk. braucht man (30x-j-40 000 
= 90 x) einen Mindestumsatz von 666 2 / s t, tun durch den Ver 
kaufserlös sämtliche Kosten (666 2 / 3 .30 x -j- 40 000 = 60 000) zu 
decken. Bei einer Produktion über die Mindestmenge hinaus wird 
Gewinn erzielt. Auf eine Tonne Mindesterzeugung entfallen neben 
30 Mk. direkte noch 60 Mk. feste Kosten. Für jede Tonne Mehr 
produktion mindert sich der durchschnittliche Kostenpreis nach dem 
bekannten Gesetz der Praxis: Die letzte Elle ist die billigste: 
die 
1. der Mehrproduktion kostet 
9 Pfg. weniger an 
festen Kosten 
11 
10. „ 
11 11 
88 „ 
11 
ii ii 
11 
100. „ 
11 11 
783 „ 
■ 11 11 
31 11 
11 
133'/s. „ 
11 ’>*• 
1000 „ 
11 11 
11 11 
11 
333 2 /a. „ 
11 11 
2000 „ 
11 11 
11 11 
Der Gewinn für jede Tonne der Mehrproduktion muß, als natürliche 
Folge der sinkenden Produktionskosten auf die Einheit und im 
Durchschnitt gerechnet, gleichfalls ansteigen. 
Die Differenzberechnung verteilt den Gewinn auf die Normal- 
und die Mehrproduktion in einer von der üblichen abweichenden 
Weise. Tatsache ist, daß die Preispolitik des Unternehmers wegen der 
sinkenden Selbstkosten beeinflußt werden kann. Er könnte den Ver 
kaufspreis der Gesamtproduktion herabsetzen oder die Mehrproduktion 
billiger veräußern 1 ), um etwa ein neues Absatzgebiet zu erobern; 
man könnte bei der Preisberechnung für die Mehrproduktion sogar 
bis zum Betrage der Herstellungskosten (70 Mk.) heruntergehen 
(800 t zu 70 Mk. durchschnittliche Selbstkosten, Gewinn 16 000 Mk.; 
200 t zu 70 Mk., ohne Nutzen) und auf einen Gewinn verzichten; 
der Unternehmer kann die Mehrproduktion anstatt mit einer dem 
Mengenverhältnis (8:2) entsprechenden Quote mit einer geringeren 
belasten usf. Preispolitische Erwägungen dieser Art stehen aber 
mit einer genauen Kostenberechnung nur in einem losem : Zusammen 
hang. 
Das Leitmotiv eines jeden Industriekaufmanns ist: Die Span 
nung zwischen Selbstkosten und Gewinnquote vergrößern, mit den 
kleinsten Mitteln die größtmögliche Wirkung erzielen. Die Mittel 
’) Ein praktisches Beispiel bringt Le Coutre (die Preisentwicklung in 
der Steinkohlengasindustrie, Schriften des Vereins für Sozialpolitik, 142. Band, 
1914, S. 77): Der Preisgestaltung wird eine Abnahmemenge zugrunde gelegt und 
auf diese die Kosten für Amortisation, Löhne usw. berechnet. Jede Mehrpro 
duktion verursacht nur Kosten ftir Kohlen und Beheizung sowie eine geringe 
Abnutzungsquote für Ofenverbrauch. Gas, das außer der Lichtbedarfszeit ab 
gegeben wird, kann infolgedessen billiger abgegeben werden. (Koch-, Heizgas, 
Gas für industrielle Zwecke.)
	        
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