Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

302  —

zur  Erreichung  dieses  gelbst-  uud  Geschäftsinteresses  sind  verschieden. ­
  Kombination  durch  Angliederung  von  Unternehmungen ­
  verschiedener  Produktionsstufen,  um  durch  Selbsterzeugung
notwendiger  .Vorprodukte  bzw.  -Verarbeitung  von  Zwischen-,  Abfallund
  Nebenprodukten  die  zwischenhändlerischen  Gewinne  '  auszuschalten, ­
  die  Konzentration  kaufmännischer  und  technischer  Verwaltungsarbeit ­
  zu  ermöglichen  (z.  B.  Eisen-  und  Stahlindustrie:
Erzbergbau,  Kohlenzechen,  Aufbereitung  und  Verarbeitung  des
Eisens;  Bierbrauerei:  Selbsterzeugung  von  Malz).  Angliederung  von
Kompensationsbetrieben,  um  Beschäftigungs-  und  Gewinnausfälle
  —  die  normalen  und  die  durch  die  wechselnde  Konjunktur
verursachten  —  des  einen  Werkbetriebes  durch  Produktion  in  einem
andern  auszugleichen  (Vorteil  der  Arbeiterverschiebungen  innerhalb)
des  Betriebes  ohne  Arbeiterentlassungen  und  Ausschaltung  der  Nachteile ­
  wechselnder  Arbeiterbestände).  Verbilligung  der  Produktionskosten ­
  durch  Einführung  von  Arbeitsmaschinen  und  neuen
Herstellungsverfahren,  Spezialisation  der  Erzeugung,  also
Mittel  der  innern  betriebswirtschaftlichen  Organisation.  Erhöhung
des  Umsatzes  oder  der  Verkaufspreise,  Erzeugung  neuer
marktfähiger  Fabrikate;  Kartellbildung  und  Interessengemeinschaft ­
  der  Mitbewerber,  Fusion,  Beteiligung  und
wie  die  Kampfmittel  der  organisierten  oder  nicht  organisierten  aber
machtvollen  Unternehmer  heißen  mögen.
Die  wirtschaftspolitische  Analyse  der  Selbstkosten  einer  Unternehmung ­
  in  der  Absicht,  die  oben  erwähnte  Spannung  zu  verbessern, ­
  hat  zu  berücksichtigen,  daß  der  Unternehmer  gewissen
betriebswirtschaftlichen  Tatsachen  mehr  oder  weniger  machtlos  gegenübersteht. ­
  Es  sind  zunächst  Einflüsse,  die  sich  aus  der  sozialwirtschaftlichen ­
  Verkettung  der  Einzelwirtschaften  innerhalb  einer  staatsund
  volkswirtschaftlichen  Gesamtheit  ergeben  und  von  außen  her
auf  die  eigene  Betriebswirtschaft  einwirken:  die  Handels-,  Eisenbahntarif-, ­
  Steuerpolitik  eines  Staates  oder  einer  Staatengemeinschaft,
die  soziale  Gesetzgebung,  der  Zinssatz  für  Leihkapitalien,  Marktlage
und  Preise  für  Marktprodukte.  Dann  privatwirtschaftliche  Maßnahmen ­
  von  Interessenverbänden  wie  die  Preispolitik  der  Kartelle,
die  Lohnpolitik  der  Arbeitnehmerverbände.  Endlich  einzelwirtschaftliche ­
  Abhängigkeiten  von  andern  Unternehmungen  (z.  B.  übermäßige
Verbrauchsabschreibung  bei  schlechter  Ausführung  von  eingekauften
Maschinen),  vom  Arbeiter,  vom  Standort  der  Unternehmung  (Löhne,
Bodenpreise).  Ob  eine  Fabrik  im  Osten  oder  im  Westen,  an  der
Küste  oder  im  Süden  des  Reiches,  in  den  Großstädten  oder  auf  dem
Lande  liegt,  ist  für  die  Selbstkosten  nicht  gleichgültig.
Eine  kritische  Prüfung  der  Selbstkosten  auf
ihre  kausalen  Zusammenhänge  und  gegenseitigen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.