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Die Bilanz für diesen Zeitpunkt.
Warenlager ....
.... 250
Kreditoren
... 150
Forderungen ....
.... 100
Betriebskapital . . .
... 130
Gewinn
... 70
Die Richtigkeit der Berechnung kann durch folgende Aufstellung
bewiesen werden:
Bareinnahmen aus Barverkäufen 300
Bareinnahmen durch Einziehen der
Forderungen —
Gesamteinnahmen 300
Es fehlen an Bargeld .... 130
Ausgaben für Unkosten .... 30
Ausgaben für Lagereinkäufe . . 250
Ausgaben für Warenbezüge des
1. Semesters . . . . ■ ■ . 150
Gesamtausgaben 430
In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres ist der Ein
nahmeüberschuß 45 (Barverkäufe Unkosten), im vierten Monat
beginnen die Zahlungen an die Lieferanten für die Warenbezüge des
ersten Monats und die Bezahlung des Lagervorrates. Demnach ein
Geldbedarf von 250 -j- 50 -j- 5 (Spesen) ~ Geldvorrat 135 = 120. Im
fünften und sechsten Monat stehen 50 Geldeinnahmen 55 Geld
ausgaben gegenüber (Lieferanten 50 -f- Unkosten), also ein Bargeld
minus für beide Monate von 10. Demnach muß der Betriebsfonds Ende
des sechsten Monats 130 Mk. sein. Im siebenten Monat beginnen
die Zahlungen der Kunden mit durchschnittlich 16 2 / 3 , der Ein
nahmeüberschuß von 11 2 / 3 , d. h. der Gesamtüberschuß der sechs
Monate ist 70.
Die Berechnung des Kapitalbedarfs ist natürlich wesentlich
schwieriger, wenn Einnahmen und Ausgaben für die einzelnen
Monate schwanken. Stets ist die Berechnung für die ungünstigste
Zeit, d. h. für das Maximum des Geldbedarfs aufzustellen.
Im gegebenen Beispiel ist bei dem durchschnittlichen Lager
bestand von 250 und einem Umsatz von 600 (Einkaufspreis) der
Umschlagskoeffizient (600:250) = 2,4, die Umschlags
dauer der Waren (365:2,4) 152 Tage. Die durchschnittliche Kredit
frist bei den Kreditoren, d. i. die Zeitspanne zwischen Warenein
gang und Geldausgang, ist 90 Tage. Ebenso groß ist die Zeitspanne
zwischen Geldausgang (Kreditorenzahlung) und Geldeingängen durch
Einziehen der Forderungen. Zwischen Warenausgang durch Verkauf
und dem Geldeingang durch Zahlung der Debitoren liegt ein sechs
monatlicher Zwischenraum.