Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Aehnliche  Bestimmungen  waren  in  anderen  Vereinen  zu  finden,,
die  im  allgemeinen  nicht  so  konservativ  waren  wie  die  „Ermunterung". ­
  Heute  dagegen  läßt  man  der  Entwicklung  zum  Bezirkskonsumverein ­
  ihren  Lauf,  man  sucht  sie  sogar  zu  beschleunigen.  Besonders
tragen  die  Verschmelzungen  der  Konsumvereine,  von  denen  man  aus
allen  Gegenden  Deutschlands  berichtet,  zum  Entstehen  bzw.  zur  Ausdehnung ­
  der  Bezirkskonsumvereine  bei.  Damit  verschwindet  die  Kleinkrämerei ­
  der  kleinen  Konsumvereine;  sie  werden  Glied  eines  großen
leistungsfähigen  Ganzen.  Sie  können  teilnehmen  an  den  Vorteilen
des  Großbetriebes; 12 )  es  besteht  nicht  mehr  die  Gefahr,  von  kapitalistischen ­
  Großbetrieben  verdrängt  oder  von  einer  wirtschaftlichen  Krise
(besonders  lokaler  Arbeitslosigkeit)  mit  fortgerissen  zu  werden.  Sie
sparen  die  besonderen  Verwaltungskosten,  sie  sind  imstande,  ihre  Angestellten ­
  und  Arbeiter  besser  zu  bezahlen,  u.  dgl.  mehr.  Mit  Recht
ruft  deshalb  ein  Konsumgenossenschafter  den  Partikularisten  im  Konsumgenossenschaftswesen ­
  das  Schillerschc  Wort  zu:
„Immer  strebe  zum  Ganzen,  und  kannst  du  selber  kein  Ganzes
Werden,  als  dienendes  Glied  schließ'  an  ein  Ganzes  dich  an".
Es  klingt  allerdings  hart  für  eine  selbständige  Genossenschaft,  in
eine  bloße  Verteilungsstelle  umgewandelt  zu  werdcu.  Man  berücksichtige ­
  aber,  daß  die  Selbständigkeit  der  kleinen  Vereine  sehr  oft  nur
eine  scheinbare  ist.
Es  würde  an  dieser  Stelle  zu
weit  führen,  wollte  ich  näher  auf
dieses  Problem  eingehen.  Um  zu
zeigen,  welche  Ausbreitung  heute
einzelne  Bezirkskonsumvereine  bereits ­
  genommen  haben,  verweise
ich  auf  nebenstehende  kleine  Skizze,
die  das  Verteilungsstellennetz  des
Konsumvereins  „Eintracht"  in
Essen  darstellt.

12 )  Bezeichnend  dafür  ist  folgendes  Beispiel:  Der  Konsumverein  Ronneburg ­
  hatte  vor  der  Verschmelzung  mit  der  Konsumgenossenschaft  Debschwitz,
einen  Bestand  an  Verteilungsgütern  von  51825  fUt.  bei  einem  Umsatz  von
178  443  M.;  nach  der  Verschmelzung  betrug  die  Bestandshvhe  nur  16  873  M.,
der  Umsatz  betrug  dagegen  199  303  M.  (Nach  der  Kons.  Rundschau  Nr.  3.
1913.)  Eine  ganze  Reihe  von  anderen  Beispielen  ließe  sich  noch  dafür  anführen. ­

            
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