Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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folgende  geographische  Bezirkseinteilung  unter  Berücksichtigung ­
  der  Transportmöglichkeiten  und  Frachtsätze  getroffen:
Lager  Hamburg:  Nordwestdeutschland.
„  Erfurt:  Provinz  Sachsen,  Anhalt  und  Thüringen.
„  Gröba-Riesa:  Königreich  Sachsen.
„  Berlin:  Provinz  Brandenburg,  Schlesien,  Posen,  Pommern,
Ost-  und  Westpreußen.
„  Düsseldorf:  Rheinprovinz  und  westliches  Westfalen.
„  Mannheim:  Hessen,  Baden,  Rheinpfalz,  Elsaß-Lothringen.
„  Nürnberg:  Bayern,  rechts  vom  Rhein  und  Württemberg.
Im  allgemeinen  ist  diese  Einteilung  maßgebend.  Je  nach  der
Lage  des  Ortes  empfiehlt  sich  aber  bei  Waggon-  und  Schiffsteilladungen ­
  der  direkte  Bezug  vom  Zentrallager,  um  die  Extraspesen,  die
das  Zweiglager  notwendigerweise  verursacht,  zu  vermeiden.
Einzelne  Artikel  werden  überhaupt  nur  im  Zentrallager,  nicht
auch  in  den  Zweiglagern  geführt.  Dieser  Fall  liegt  z.  B.  bei  Röstkaffee ­
  vor.  Das  ist  bekanntlich  ein  sehr  empfindlicher  Artikel.  Er  darf
nicht  mit  anderen  Waren  zusammenlagern,  da  er  leicht  fremde  Gerüche ­
  annimmt.  Selbst  verschiedene  Sorten  Kaffee  müssen  getrennt
lagern.  Durch  langes  Lagern  verliert  der  Röstkaffee  außerdem  sein
Aroma.  Man  läßt  deshalb  Röstkaffee  den  Vereinen  direkt  als  Eilgut
zugehen.  Viele  Vereine  sind  zum  Selbströsten  übergegangen.  Dann
stellt  sich  der  Röstkaffee  etwas  billiger,  als  wenn  er  als  Eilgut  von
Hamburg  bezogen  wird.  Für  das  Selbströsten  ist  aber  ein  großer
Umsatz  die  notwendige  Voraussetzung.  —  Vielleicht  könnte  die  Frage
dadurch  am  besten  gelöst  werden,  daß  die  Zwciglager  das  Rösten  übernehmen.
  Die  Aufgabe  der  Zweiglager  in  Deutschland  dürfte  überhaupt
allmählich  erweitert  werden.  In  England  sind  die  Filialen  der
Wholesale  Society  ziemlich  selbständige  Betriebe.  Neben  der  Eigenproduktion ­
  befassen  sie  sich  auch  mit  dem  Einkauf  von  Waren.  In
Deutschland  spielt  der  Einkauf  durch  Zweiglager  kaum  eine  nennenswerte ­
  Rolle.^)
Gewisse  andere  Artikel  werden  nur  an  einzelnen  Zweiglagern  und

22 )  Als  Beispiele  für  den  Einkauf  durch  die  Zweiglager  möge  dienen,  daß
der  Mannheimer  Lagerverwalter  selbständig  Getreide  und  Mühlenprodukte
einkauft,  weil  Mannheim  der  geeignete  Platz  für  den  Einkauf  dieser  Artikel
ist.  Auch  das  Nürnberger  Lager  wird  von  Mannheim  aus  mit  Futterartikeln
versorgt.  Das  Düsseldorseir  Lager  kauft  infolge  seiner  günstigen  Lage  holländische ­
  Aepfel  selbständig  ein,  zumal  dieser  Artikel  nur  für  den  Westen
Deutschlands  in  Frage  kommt.  Auch  das  Lager  der  Großeinkaufszentrale  des
Reichsverbandes  in  Saarbrücken  kauft  einige  Artikel  selbständig  ein.
            
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