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welche bei den Fleischereien besonders stark in Erscheinung treten.
Speziell bei Fleischereien wäre auch darauf hinzuweisen, daß oft das
geeignete Arbeitspersonal fehlt. Da die Fleischer meist aus Kleinbetrieben
stammen, müssen sie erst für die Arbeit im Großbetrieb erzogen
werden. Auch bezüglich der Leitung — ob kaufmännisch oder
fachmännisch vorgebildet — hat man Schwierigkeiten gehabt. Heute ist
man wohl allgemein der Ansicht, daß sich eine kaufmännische Oberleitung
am besten eignet, schon deshalb, weil die Kalkulation eine so
wichtige Rolle in den Fleischereien spielt.
Wie weit die konsumgenossenschaftliche Eigenproduktion Ausbreitung
finden wird, läßt sich heute kaum sagen. In England
ist sie schon sehr weit ausgedehnt, und man hat ausgezeichnete Erfolge
erzielt. In Basel ist ebenfalls die Frage der Eigenproduktion
in verschiedenen wichtigen Bedarfsartikeln in hervorragender Weise
gelöst. In Deutschland ist es besonders die „Produktion" in
Hamburg und der Leipzig-Plagwitzer Verein, die Großartiges auf
dem Gebiete geleistet haben. Eine ganze Reihe von weniger großen
Vereinen, wie die „Eintracht" in Essen, die „Hoffnung" in Köln
u. a., zeigt ebenfalls eine günstige Entwicklung.
Wegen einiger anderer Punkte verweise ich auf den nächsten
Abschnitt.
V. Der Güterbezug von andern Konsumgenossenschaften.
In früherer Zeit schon war der Güterbezug eines Konsum-Vereins
von einem anderen Verein ziemlich häufig. Er bestand darin,
daß kleinere Konsumvereine ihren Bedarf bei größeren Vereinen deckten.
Es zeigte sich jedoch bald, „daß die kleinen Vereine nicht einfach
Käufer und Kunden bei den großen Vereinen sein wollten. Es widerstrebt
dem hier instinktiv das Richtige treffenden genossenschaftlichen
Gefühl, das privatwirtschaftliche Handelsverhältnis und die privatwirtschaftliche
Profitmacherei in die ihrer Natur nach den Profit ausschließende
Konsumgenossenschaftsbewegung hineinzutragen. Die kleinen
Vereine verlangen Gleichberechtigung, und die großen Vereine werden
es müde, gegen einen bescheidenen Nutzen recht vielen Aerger und
Verdruß einzutauschen."*) Es war ferner allgemein die Entwicklung
des Konsumgenossenschaftswesens zu einer vollkommeneren Stufe,
die mit diesem System aufräumte oder es doch stark einschränkte:
1. Durch Schaffung der Einkaufsvereinigungen und
i) Heinrich Kaufmann, Geschichte des konsumgenossenschaftlichen Großeinkaufs
in Deutschland. Festschrift. Hamburg 1904. S. 16.