14. Titel: Gefelljhaft. 8 740. — 15, Titel: Gemeinfdaft. Einleitung, 1339
antjtanden ijft. E3 genügt aljo in diejer Hinfight an fig die bloße Tatfade, daß ein
NehHt mehreren Berfonen gemeinfhaftlich zujteht. Unter diefe aNlgemeinen Regeln
jällt auch‘ beifpielSweije das Miteigentum, das im übrigen nur einen Anwen dungs-
fall der Gemeinihaft bildet; in fachenrechtligGer Hinfiht gelten für diefes die befonderen
Vorjchriften der 88 1008—1011. Für eine große Unzahl von Gemeinfdaften
beitehen aber befondere Borfchriften. Val. hierüber NähHere3 in Bem. II zu & 741.
Il. Bei der Gemeinfhaft hat da3 Gejeß die römifchrechtlidhe Auffajung der Gemein
Ichaft fejtgehalten. Jedem Teilhaber fteht ein ziffermüäßig beftimmter Anteil an dem
zemeinfhaftlihen Segenjtande zu, der für fiH ein bejonderes, felbitändiges Ber»
mögen8objeft bildet (im Gegenjage zu der Regelung bei der Sefjelljhaft); jeder Teil-
Haber Hat daher au einen unveriährbaren AnfpruG auf Mufhebung der
Semeinfhaft.
a) Diefes Prinzip wird nur in einzelnen Richtungen (SS 746, 751 Saß 1) aus
vraktifgen Gründen infoweit dur brocdhen, al hienad beftimmte Mb»
nadhungen zwilden den Teilhabern (3. B. über Ausichluß des NechteS auf
Aufhebung der Gemeinjchaft) au für oder gegen die Sondernachfolger
mirfen follen; ebenfo Hinfichtlih der Berichtigung gemeinfdhaftliher Schulden
88 755, 756).
Bei der Regelung der Nufhebung der GemeinjdHaft weicht daS Gejeß
dagegen vom rtömijchrecdhtlihen Standpunkte wefentlid ab (vgl. die Bem. zu
8 752). Bunächft entjHeiden Hierüber die näheren Vereinbarungen der Teil
jaber. In Ermangelung einer Einigung wird der Aufgebungsmodus vom
Seieß in folgender Weile beftimmt: Wenn der gemeinjdhaftlide SGegenftand fi
one Verminderung des Werte in gleichartige, den Anteilen der Teilhaber
znijprehende Teile zerlegen läßt, jo Hat Teilung in Natur einzutreten. Ift
feßtere8 ausgefhlofjen, {o erfolgt die Aufhebung der Gemeinjhaft durch Verkauf
de8 gemeinfhaftligen Gegenftande8 nach den Vorjehriften über den Pfand-
verfauf, bei Grundftüden durH Zwangsverfteigerung und durch Teilung des
Frlöje8. Während Hiebei daS rümijche Recht dem Richter eine befondere Macht-
hefugni8 eingeräumt Hatte, verweift das BSB. den Anfprud) des Teilhaber8
auf Aufhebung der Gemeinjhaft in den gewöhnlichen zivilprozeffualen Rahmen,
Der Kläger hat einen beftimmten Mageantrag im Sinne der 38 752, 753 zu
tellen, ie fon{t bei einer Xlage, Das im TeilungSprozeß ergehende Urteil
Sat deflaratorijhe Bedeutung, nidHt Konftitulive. Bal. die Bem, zu SS 752 und
753, ferner aud v. Seeler a. a. ©. S. 100 ffi., Gierke, Sachenrecht S. 385 und
Dertmann Borbem. vor $ 741.
IH. Das in der Gemeinfhaft ruhende Grundprinzip, nämlih das der Anteils
berechtigung nach beftimmten Bruchteilen, ft abfolnter Natur. E3 Hiegt alfo Hierin die
Brundregel für alle Gemeinidhaften, fofern nit das Sejeg jelbit eine AuSnahHme zuläßt.
A183 eine folche erweift [ih 3. B. daZ Mecht8verhältnis der gefanıten Hand. Die Parteien
änd alfo nicht befugt, für eine Gemeinfhaft durch Bertraq bdiefe8 Nechtsverhältnis einzu
ihren, vgl. Bent. II zu S 741.
Sm übrigen find abweidende Vereinbarungen der Teilhaber — mit obligatoriicher
Wirkung unter ich; val. au S 137 — Teineswea8 auZagefchloffen, wie bereit oben unter
3}
S. 309 F.; GHellmig, Aniprud und Klagerecht S. 182 fF.; Binder, Nechtöftelung des
Erben, Bd. UI S. 14 ff.; Jöürge8, Zur Lehre vom Miteigentum, Ztihr. f. HR. Bd. 49
S. 140, Bd. 51 S. 17; Sohm, Der Gegenjtand S. 62 ff; Gierke, Sachenrecht S, 383 ff.;
Crome, Moderne Teilungsprobleme, in Bl f. RA. Bd. 72 S. 1 ff.; Adamkiewicz,
Niekbrauh am Bruchteil, Archiv f. bürgerl. N. Bd. 31 S. 21 ff; v. Amelunzen, Anus-
zinanderfeßung unter den Miterben, Elj.Lothr. 3. Bd. 32 S. 379 f.; du Chesne, Die
Bermutung de3 8 742 BGB. und da3 Grundbuch, Rhein. Ztichr. f. Zivil und Prozekrecht
1909 S, 459 ff.; Drefidher, Die ZwangSberfteigerung zum Awede der Aufhebung der Ge:
neinichaft an einem SGrunditüce, Stuttaart 1908,