§ I. Verteilung der hausinduftrie
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in Fabriken erheblich einfehränkenden Arbeiterfchutzge[etzgebung. Während
früher, in den Zeiten der hauswirtfchaftlichen Eigenproduktion, die
Ehefrau wie auch die übrigen der Familie zuwach fenden weiblichen Arbeitskräfte
in der Regel im eignen Haushalt ganz befchäftigt wurden, zumal die
meiften Familien einen kleinen, Männer- und Frauenarbeit verlangenden
Landbefitz hatten, wurden namentlich weibliche Arbeitskräfte in großer
Anzahl freigefetzt, als das Spinnen, Weben, Nähen, Backen und andere hauswirtfchaftliche
Arbeiten an berufsmäßige Produzenten überging, und als die
Klaffe eines landbefitzlofen Kleinbürgertums und einer landbefitzlofen Arbeiterfchaft
immer mehr wuchs.
Während nun ein gutes Stück hauswirtfchaftlicher Eigenproduktion in
den ländlichen Familien verblieb und die vorhandene weibliche Arbeitskraft
abforbierte, wurde in den G r o ß f t ä d t e n, wo die Klaffe der Befitzlofen
fich vornehmlich anfammelte, die Zahl der Lohnarbeit fuchenden Frauen
immer größer.
Wie im übrigen der vorwiegend feminine Charakter der modernen großftädtifchen
Hausinduftrien in dem Verlauf der Zuwanderung zur Großftadt
feine Erklärung findet, ift früher bereits dargelegt worden (vgl. S. 34).
Es fcheint auch das Natürliche zu fein, daß die Frau fich vorzugsweife
der Heimarbeit zuwendet. Heim und Frau find ja zwei einander naheliegende
Begriffe; die Frau vom Heim getrennt, erfcheint in den meiften Fällen als
etwas Unnatürliches und Schädliches. Tatfächlich begrüßt manche Frau,
die, ihren weiblichen und mütterlichen Inftinkten folgend, fich nicht von Haus
und Familie trennen mag, die Hausinduftrie als eine willkommene Gelegenheit,
verdienen zu können, ohne Kinder und Hauswirtfchaft vernachläffigen zu
müffen, die zahlreichen viertel und halben Stunden des Tages nützlich ausfüllen
zu können, die fonft verdienft- und zwecklos verliefen.
Auch der Sozialpolitiker und Nationalökonom wird diefen Frauen beipflichten.
Er kann aber doch nur mit ganz bedeutenden Einfchränkungen der Frauenhausinduftrie
das Wort reden, ja er muß ihr Überhandnehmen unter mehr als
einem Gefichtspunkte bedauern. Wie aus fpätern Erörterungen erfichtlich
wird, hat die Hausinduftrie im allgemeinen die Tendenz, die Löhne zu fenken,
die tägliche Arbeitszeit ins Unglaubliche auszudehnen und die Lebenshaltung
bis unter das Notwendigfte herabzudrücken. Die tägliche Arbeit
wird zur wilden Hetzjagd, bei der den weiblichen Arbeitern am erften der
Atem ausgeht. Es tritt eine Überanftrengung und Unterernährung ein, der
der weibliche Organismus am wenigften gewachfen ift. Die Gewerbekrankheiten,
die mit verfchiedenen Hausinduftrien fich unfehlbar einftellen, wirken