Full text : Die deutsche Hausindustrie

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IV.  Kap.:  Wirtfchaftliche  und  foziale  Zuftände  in  der  hausinduftrie

nähme  der  hausgewerbetreibenden  Perfonen  feit  1895  ift  lediglich  auf  das
Konto  des  männlichen  Anteils  zu  fetzen;  die  heimarbeitenden  Frauen  haben
zugenommen.  Die  männlichen  hausgewerbetreibenden  Perfonen  find  von
256  131  auf  170  712  zurückgegangen,  die  weiblichen  zur  felben  Zeit  von
201  853  auf  234551  gewachfen  (f.  oben  S.  50  und  Tabelle  I  S.  52).
Das  Schwergewicht  der  weiblichen  Heimarbeit  liegt  ftets  in  der  Bekleidungsund ­
  Textilinduftrie,  welche  beiden  Gruppen  allein  drei  Viertel  der  gefamten
Hausinduftrie  umfaffen.  Das  Übergewicht  weiblicher  Heimarbeit  fällt  aber
auch  in  andern  Gruppen  auf,  namentlich  in  der  Tabakinduftrie.  In  allen  Gewerbegruppen ­
  aber  hat  der  weibliche  Verhältnisanteil  an  der  Hausinduftrie  feit  1895
zugenommen,  wie  Tabelle  III  zeigt,  die  unter  allen  früher  für  die  Vergleichung
der  beiden  letzten  Zählungen  gemachten  Vorbehalten  hier  angeführt  fei.  x )
Tabelle  III

Von  je  100  Haus-Gewerbegruppen



induftriellen  find  weiblich

1907

1895

Bekleidungsgewerbe

68,6

57,2 *  2 )

Textilinduftrie

59.2

46,0

Induftrie  der  Holz-  und  Schnitzftoffe  ....

42,4

17,5

Induftrie  der  Nahrungs-  und  Genufzmittel  .  .

62,6

44,6

Papierinduftrie

54.3

38,3

Metallverarbeitung

13,5

7,1

Induftrie  der  Steine  und  Erden

29,8

24,5

Lederinduftrie

35,0

13,7

Induftrie  der  Mafchinen  und  Apparate  .  .  .

19,8

9,3

Reinigungsgewerbe

92,7

2 )

Chemifche  Induftrie

86,6

68,6

Photographifche  Gewerbe

4M

8,9

Künftlerifche  Gewerbe

9,7

7,4

Induftrie  der  Leuchtftoffe,  öle,  Fette  ....

75,6

29.0

Baugewerbe

8,0

1,4

Die  Gewerbegruppen  der  Induftrie  zufammen

57,9

44.1

Dafz  in  unferer  Zeit  das  weibliche  Gefchlecht  einen  immer  grö|zern  Prozentfatz
  in  der  Hausinduftrie  ftellt,  hat  feinen  Grund  darin,  da(z  einerfeits  die
Produktion  nicht  mehr,  wie  früher,  in  der  Familie  und  für  fie  erfolgte,  fondern
entfprechend  der  immer  mehr  vordringenden  Arbeitsteilung  für  die  meiften
zur  Erwerbsarbeit  wurde,  anderfeits  die  Erwerbsarbeit  fuchenden
  Frauen  bei  weitem  nichtalleinden  Fabriken  Befchäftigung
  fanden,  wie  die  Männer,  zumal  nicht  feit  der  die  Frauenarbeit
x )  Vgl.  H.  Simon  a.  a.  0.  51.
2 )  Die  in  diefer  Tabelle  unter  dem  Bekleidungsgewerbe  für  1895  angegebenen
Zahlen  fchliefzen  das  Reinigungsgewerbe  ein.
            
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