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II. DIE PAPIERGELDWÄHEUNG.
gibt 1 ) auf Grund der amtlichen registres de la Trösorerie
nationale die gleichen Zahlen an. Mit der letzten Zahl scheint
sich Courtois nach den Angaben von Ramel geirrt zu haben.
Nach diesem betrug die Summe aller überhaupt ausgegebene»
Assignaten ohne Abzug der verbrannten 45 1 /2 Milliarden.
Den Zahlen der registres ist mit Vorsicht zu begegnen. Ramel
selbst bemerkt dazu, er glaube nicht, daß die Summe der
tatsächlich im Verkehr umlaufenden Assignaten 30 Milliarde»
livres überschritten habe.
Von Wichtigkeit für uns ist nicht die hohe Umlauf-
summe an sich, sondern die Tatsache, dass der Staat völlig die
Herrschaft über sein Geldwesen verlor. Anfangs suchte er
sich gegen die vernunftwidrige Vermehrung zu wehren. Immer
mehr aber ließ er den Dingen ihren Lauf und gab sich
schließlich überhaupt keine ernste Rechenschaft mehr über die
Art der Verwaltung seines Geldwesens (lytrischeu Verwaltung)
Das Äußere der Staatsnoten beschrieben zahlreiche
Dekrete sehr ausführlich. Von Bedeutung werden aber der
Text und die auf den Scheinen angebrachten Zeichen erst
dann, wenn juristische Konsequenzen sich daran knüpfen-
Solche fehlten nun meistens. Die Dekrete vom 7. Juni und
28. September 1793, die eine Massenfabrikation von Assignaten
anordneten, um die bestehenden, ihrem Äußeren nach sehr
verschiedenen Sorten durch Umtausch einheitlich zu gestalte»
und so die zahlreichen, trotz der strengsten Verbote vorhandene»
Fälschungen zu bekämpfen, kamen nicht zur Ausführung. Di 0
dadurch entstehenden Kosten hätten zu dem beabsichtigte»
Zweck außer Verhältnis gestanden. Die Herstellung hätte
auch nicht genügend beschleunigt werden können.
Wichtig wurde das Äußere der Staatsnoten, als der
Konvent die sogenannte Demonetisierung der königliche»
Assignaten beschloß, d. h. der vor dem 10. August 1792
geschaffenen, auf denen das Bild Ludwigs des XVI. angebracht l 2
l ) Des finances de la Republique Franqaise en Tan IX. Tat®'
2 zu S. 27.