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43> 2 °/o> von denen 27,0 °/ 0 auf Obligationen und Hypotheken entfallen, die 34,1 °/ 0 des Aktienkapitals
betragen.
Das Verhältnis des produzierenden Anlagevermögens und des Betriebsvermögens zum produzierenden
Vermögen verschiebt sich nur in geringen Grenzen; als Durchschnitt der zehn Jahre ergeben
sich 83,6 °/ 0 bzw. 16,4 °/ 0 , Die größte Abweichung zeigt das Jahr 1910; sie wird dadurch
hervorgerufen, daß eine der Gesellschaften kurz vor Schluß des Geschäftsjahres durch Verkauf eines
Bergwerks den größten Teil ihres produzierenden Anlagevermögens in flüssige Mittel umwandelt 1 .
Auffallend niedrig sind die Vorräte mit nur 1,5 °/ 0 vom produzierenden Vermögen. Der Anteil der
Wertpapiere und Beteiligungen am Gesamtvermögen ist im Durchschnitt 5,1 °/ 0 und am Gesamtanlagevetmögen
6,1 °/ 0 . '
Die Abschreibungen sind mit 4,5 °/ 0 des Gesamtvermögens als hoch zu bezeichnen; sie werden
bedingt durch das große produzierende Anlagevermögen.
Die Liquidität nimmt in den zehn Jahren fast ständig ab; eine Ausnahme macht das Jahr
1910 durch den obenerwähnten Bergwerksverkauf. Der verhältnismäßig geringen Liquidität von durchschnittlich
1,60 entspricht das Verhältnis des dauernd verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagevermögen.
Da es, außer im Jahre 1910 nur noch 1903 wenig über 1 steigt, und der zehnjährige Durchschnitt
0,97 beträgt, sind die Aktiengesellschaften des Kohlenbergbaues für ihr Betriebsvermögen nur
auf den kurzfristigen Kredit angewiesen. Die Möglichkeit des Auskommens mit solchermaßen knappem
Kapital besteht in einem gleichmäßigen und in seinen Anforderungen übersehbaren Geschäftsgang,
wie ihn die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Syndikaten den Kohlenbergwerken verschafft. Als
eine weitere Wirkung der Syndikate ist wohl auch die niedrige Höhe der Vorräte anzusehen, die
nur zum Teil durch den geringen spezifischen Wert der Kohle zu erklären ist.
4. Salz-, Kali- und Petroleumgewinnung.
Tabelle 4.
Die Anzahl der Gesellschaften in den einzeln Jahren, durchschnittlich 7,8, ist klein; infolgedessen
werden auftretende Veränderungen in den Bilanzwerten nicht durch die Anzahl der
Untersuchungsobjekte ausgeglichen und die Tabelle zeigt daher in den einzelnen Kolonnen sowohl
bei den absoluten als auch bei den prozentualen Angaben große Schwankungen. Die neun Gesellschaften
im Jahre 1910 bestehen außer in Kalibergwerken in zwei Salinen und zwei Petroleumgesellschaften,
Unternehmungen, die zwar in der Art ihrer Betriebe verschieden sind, in ihrem Vermögensaufbau
aber große Ähnlichkeit zeigen, was ihre Zusammenstellung rechtfertigt. Keine der
Gesellschaften ist als reines Bergwerksunternehmen anzusehen; die Kalibergwerks- und Petroleumgesellschaften
besonders betreiben weitgehende Verarbeitung ihrer Rohprodukte.
Die Reserven bilden einen jährlich wachsenden Anteil am eigenen Kapital, das sich im
Durchschnitt auf I2 7,o°/ 0 des Aktienkapitals beläuft. Auf die einzelnen Gesellschaften sind sie sehr
ungleichmäßig verteilt, was deutlich im Jahre 1908 beim Hinzutritt neuer Gesellschaften zur Erscheinung
kommt. Das Verhältnis des fremden Kapitals zum eigenen Kapital bleibt von igoi bis
1905 ziemlich gleich; dann aber steigt es durch den Fortfall einer Gesellschaft mit hohem eigenen
und kleinem fremden Kapital und durch sprunghafte Zunahme der Anleihen 1909 und der Kreditoren
1910, um in diesem letzten Jahre mit 33,2 °/ 0 des eigenen Kapitals die größte Abweichung
vom Durchschnitt 26,9 °/ 0 zu erreichen. Die Inanspruchnahme fremden Kapitals ist also selbst' 1910
nicht sehr groß. Die Obligationen und Hypotheken, die durchschnittlich 16,1 °/ 0 des eigenen Kapitals
und 20,2 °/ 0 des Aktienkapitals betragen, überwiegen mit Ausnahme des Jahres 1908 die kurzfristigen
Schulden um ein Bedeutendes.
Die Zusammensetzung der Aktiven zeigt ein fast ständiges Sinken des Anteils des produzierenden
Anlagevermögens. Bei durchschnittlich 71,2 °/ 0 des produzierenden Vermögens fällt es von
81,2 °/ 0 im Jahre 1901 auf 60,1 °/ 0 im Jahre 1910. Dementsprechend wächst das Betriebsvermögen,
an dem die Vorräte mit ebenfalls wachsender Tendenz beteiligt sind; ihr Anteil am produzierenden
Vermögen ist mit dem Durchschnitt von 5,1 °/ 0 jedoch niedrig. Ihre Zunahme in den Jahren 1908
und 1909 steht wohl im Zusammenhang mit der Auflösung des „alten“ Kalisyndikates im Juni 1909.
Die Wertpapiere und Beteiligungen betragen durchschnittlich 14,1 °/„ des Gesamtvermögens
und 18,8 °/ 0 des Gesamtanlagevermögens; in ihrer Höhe kommt die Geschäftspolitik der Gruppenbildung
in der Salz-, Kali- und Petroleumindustrie zum Ausdruck.
Die Abschreibungen sind, entsprechend den großen Anlagevermögen, hoch; durchschnittlich
belaufen sie sich auf 3,5 °/ 0 des Gesamtvermögens.
1) Ob.-Schles. Kokswerke und Chem. Fabriken A.-G,