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Ähnlich dürften auch die
her-
SÄich auf die ganze Industrie schließen,
erhältnisse in Amerika liegen.
Glaubt man denn aber wirklich, daß sich Arbeiter dazu
k'-ben, verendetes Vieh und angegangenes Fleisch zu Wurst usw.
Ver arbeiten ? Es ist wohl nicht anzunehmen, daß so etwas eine
°Qhe lang geschieht, ohne daß Denunziationen stattfinden würden.
Danntlich sind gerade die Arbeiter die besten Beaufsichtigen der
b'S len e in Nahrungsmittelfabriken, denn bei irgendwelchen Zwistig-
ei ten mit ihren Arbeitgebern werden sie sich durch Denunziationen
nugtuung zu verschaffen suchen. Gerade der Fleischtrust ist in
. orc Hmerika verhaßt wie kein anderer und so hätten sich bald auch
Amerika Zeitungen gefunden, die derartiges ans Licht zogen. Es
,s t nicht ausgeschlossen, daß die ganze Affaire auf diese Weise ent
standen ist und so aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde.
er weiß, ob man nicht auch auf diese Weise den Fleischtrust so
stark schädigen wollte, daß er sich daran verbluten sollte. Ob dieser
ztere Zweck allerdings jemals erreicht werden wird, muß dahin-
■Astcllt bleiben. Es ist wohl angebracht, noch die Ansichten von
deutschen Fachleuten über den amerikanischen Fleischskandal
ler wiederzugeben.
Herr H, Niemann, Hamburg, schreibt in der Augustnummer
9°6 der Zeitschrift für die Konservenindustrie u. a.:
»Ich habe mich bei Armour in Chicago in
T e un g befunden und mein Bruder ist dort über
ch komme alle
1 c Hachthäuser,
’ Was dort vorgeht. In den Chicagoer Backhäusern arbeiten fast
|j Ur Deutsche. — Man muß sich nun einen Begriff machen, wie groß
jÄ Hnion Stock Yards sind, etwa eine Fläche, wie die innere Stadt
a üiburg. In diese Yards kommen nun die Viehzüge von allen
und das Vieh wird bei den ersten nach außen an der
und mein Bruder ist
paar Jahre nach Chicago
wo ich viele Freunde habe
und
und
hervorragender
15 Jahre tätig,
besuche dann die
genau unterrichtet
Seiten
r Y
an
^pherie liegenden Ställen abgeladen, das gesunde Vieh kommt in
älle für sich, das kranke Vieh in den Hospitalstall und das auf der
e *se verendete Vieh wird von der Stinkfactory abgeholt und zu
ei H usw. verarbeitet.
Hie Schlachthäuser befinden sich ungefähr in der Mitte der
Yards, und das Vieh, welches an einem Tage geschlachtet
Werden soll, wird in den um diese Schlachthäuser zunächst herum-
tVnden Ställen untergebracht. Bis das Vieh aber von den äußeren
-j, e n nach den inneren angetrieben ist, vergehen immer etliche
ä §' e , so daß das Vieh sich inzwischen von der Reise erholt hat.
Stock