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kaufen. Der Einfachheit halber nehmen wir an,
daß er dies bei A tut, der so seinerseits in die
Lage versetzt wird, die Wechselschuld bei der
Notenbank zu bezahlen. Unser Schema zeigt, wie
sich Zeitpunkt für Zeitpunkt die Bilanzen aller
Beteiligten ändern, ln der Praxis wird A die
Ware b sehr oft weiter verarbeiten und dann an C
weiterveräußern. Ein Tischler z. B. der Holz gekauft
hat, verkauft die fertigen Tische weiter, so
daß die Anschaffung der ersten Waren, welche
die Entstehung des Wechsels zur Folge hat, selbst
auch die Geldquelle wird, aus der A die Wechselschuld
begleichen kann. Wir sehen die Waren
haben ihre Plätze in derselben Weise, wie in
Tabelle VIII. dargestellt ist, vertauscht, ohne daß
diesmal von vornherein Geld vorhanden gewesen
wäre und ohne, daß am Schluß Geld vorhanden
sein müßte. Wir sehen, daß die Menge der zirkulierenden
Noten im vorliegenden Falle von der
Menge der diskontierten Wechsel abhängig ist,
die wieder von der Menge der umgesetzten
Waren abhängt, wenn nur Warenwechsel diskontiert
werden. Nimmt der Warenumsatz ab, so
kommen weniger Wechsel zum Diskont und die
zirkulierende Notenmenge verringert sich automatisch,
da ja die Wechselschulden bezahlt werden
müssen. Diese automatische Zirkulation (Fullartonsches
Prinzip) spielt im modernen Geld- und
Kreditwesen eine große Rolle, sie ist von
größter Bedeutung für kriegswirtschaftliche Fragen
aller Art.
Ich habe absichtlich die Notenzirkulation
theoretisch in einer Form eingeführt, die deutlich
erkennen läßt, daß die Notenzirkulation als Mittel
des Güterumsatzes nichts, aber auch gar nichts,
mit der in der Oeffentlichkeit so oft erwähnten
Metalldeckung zu tun hat. Vorgreifend möchte
ich nur erwähnen, daß die Metalldeckung heute
zwei Zwecke erfüllt: sie dient dem internationalen
Verkehr und zuweilen auch der Beruhigung det
eigenen Bürger. Wenn ein Bürger im Besitz von
Noten ist und er Auslandszahlungen zu leisten
hat, kann es für ihn von großer Wichtigkeit sein,
sich Auslandsgeld, also bei uns Gold zu verschaffen.
Wenn er Mißtrauen gegen den Staat
hat, kann dies Mißtrauen verschieden beruhigt
werden. Zuweilen ist Gold nötig, zuweilen aber
genügt die Abgabe silbernen Zeichengeldes. Dies
war z. B. während der Krise 1912, 1913 in
Galizien und in der Bukowina der Fall, wo die
Menschen massenhaft Silber ansammelten, das
sie zum Teil vergruben. Der im Kriegsfälle erforderliche
Silbermünzenbedarf hängt so mit
der Dummheit breiter Massen zusammen. Denn,
daß der Staat in eine derartige Verwirrung geraten
sollte, daß die Kaufkraft des Silbers, welche
in zehn Einkronenstücken enthalten ist, größer
werden sollte, als die Kaufkraft einer Zehnkronennote,
ist äußerst unwahrscheinlich. Daran denken
auch die meisten Bürger nicht, welche Silbergeld
thesaurieren. Sie sind nur davon überzeugt,
daß Silber besser als Papier ist, während
Tabelle IX.
Preise
100
100
100
Zirkulationszeit
6
A
B
c
t,
a, 50 K
b
C
t 2
T 50 K
C
15
tu
t 3
b c
2’ 2
f 50 K
t 4
f h 50 K
b c
2’ 2
c a
T T
t 5
T b
1’ 50 K
c a
2 ’ 2
t 6
T b
c
f 50K
t 7
b, 50 K
c
a
Preise
50
50
50
CtJ
Zirkulationszeit
3
A
B
C
t,
a, 50 K
b
C
tu
t 2
a, b
50 K
c
t 3
a, b
c
50 K
t 4
b, 50 K
c
a
doch gerade der Silbergehalt in diesem Falle
das* Wesentliche ist. Die Tatsache, daß der
Silbergulden und das Zweikronenstück bei gleicher
Kaufkraft verschiedenen Silbergehalt haben, zeigt
ja deutlich, daß beide Zeichengeld sind. Aber
wenn auch diese Betrachtungen mit dem Güterumsatz
nichts zu tun haben und rein psychologischer
Art sind, so ist es doch zweckmäßig,
sie nicht zu vernachlässigen, insbesondere dort
nicht, wo praktische Zwecke verfolgt werden. Es
empfiehlt sich, Studien darüber anzustellen,
welches silberne Zeichengeld — man könnte am
besten von Silbernoten sprechen, zumal
ja denkbar wäre, daß man diese Geldsorten auch
auf dem Wege der Diskontierung emittierte —
den unzureichend orientierten Kreisen zu den
nach meinen Erfahrungen (die ich in Galizien
und der Bukowina gesammelt habe) auch Beamte,
Offiziere und andere Mitglieder der mittleren
Stände gehören, am meisten Vertrauen einflößt.
In Czernowitz z. B. waren die Fünfkronenstücke
wenig beliebt, ebenso lehnte man gerne
Zweikronenstücke ab, während die Silbergulden
und die Kronenstücke gerne akzeptiert wurden.
Bei den Fünfkronenstücken kann man sich dieses
Verhalten vielleicht so erklären, daß die bäuerliche
Bevölkerung gerne mit Gulden rechnet,
weshalb das Fünfkronenstück für sie eine ungeeignete
Rechenmünze ist. Das Zweikronenstück
dagegen ist offensichtlich kleiner als der altüberlieferte
Silbergulden, der überhaupt die populärste
Münze in Oesterreich-Ungarn sein dürfte.