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stab und Wertmesser zu Grunde lege, sondern „die gesellschaftliche Durchschnittsarbeitskraft".
„Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit,
erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit dem vorhandenen gesellschaftlich
normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen
Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen . . .
Es ist also nur das QuantUm gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die
zur Herstellung eines Gebrauchswerts gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit,
welche seine Wertgröße bestimmt . . . Als Werte sind alle Waren
nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit." (Marx a. a. O., S. 6.)
Irgendeinen Unterschied zwischen den verschiedenen Arten der Güter und
Waren macht Marx hierbei ebensowenig wie bei den verschiedenen Arten
menschlicher Arbeit. Die Arbeit des schlichten ungelernten Tagelöhners oder
landwirtschaftlichen Arbeiters steht ihm mit den Gemälden eines Rembrandt
oder Rubens oder mit den Ewigkeitsschöpfungen eines genialen
Dichters oder Philosophen vollkommen gleich. „Kompliziertere Arbeit gilt
nur als potenzierte oder vielmehr multiplizierte einfache Arbeit, so daß ein
kleineres QuantUm komplizierter Arbeit gleich einem größeren QUantum
einfacher Arbeit . . . Eine Ware mag das Produkt der kompliziertesten Arbeit
sein, ihr Wert setzt sie dem Produkt einfacher Arbeit gleich und stellt
daher selbst nut ein bestimmtes QUantum Einfacher Arbeit dar." (a. a.
O., S. 11.) Das in allen Maren steckende gemeinsame, eben die gesellschaftlich
notwendige DUrchschnittsarbeitszeit für ihre Herstellung, ermöglicht
auch nur ihren Umtausch am freien -Verkehr.
In unserer heutigen privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung verwandelt
sich nun beständi-g Geld in Kapital, in der Weise, daß -zunächst Geld
in Ware verwandelt wird und die vom Gelde beschaffte Ware sich wieder in
Geld zurückverwandelt. Aber' selbstredend hat diese ganze Operation nur
dann Sinn und Verstand -für den Eigentümer des Geldes, wenn das zuletzt
erzielte Geld einen Ueberschuß aufweist über das zunächst.von ihm zur Anschaffung
von Ware verausgabte Geld. Der Zirkulationsprozeß: Geld,
Ware, Geld, Laufen um zu verkaufen, muß mit einem Ueberschuß abschließen.
„Dieses Inkrement oder den Ueberschuß über den ursprünglichen Wext
nenne ich Mehrwert (zurplu8 value) (Marx a. ,a. O. S. 113.) Diese
Bewegung verwandelt den Ueberschuß in Kapital. „Die Bewegung des
Kapitals ist maßlos." (S. 118.) Diese Grundlage seines Mehrwerts wendet
nun Marx auch speziell auf den Arbeitsprozeß, auf den Kauf und Verkauf
der menschlichen Arbeitskraft an. Dabei geht er von der grundlegenden
Annahme aus, daß auch diese, die menschliche Arbeitskraft nichts anderes
sei als nur eine „eigentümliche Ware", deren Wert gleich dem jeder
anderen Ware bestimmt sei „durch die zur Produktion, also auch zur Reproduktion
'dieses spezifischen Artikels notwendige Arbeitszeit." (S. 133)
Zu seiner Erhaltung bedarf nun das lebendige Individuum einer gewissen
Summe von Lebensmitteln. „Der Wert den Arbeitskraft ist also der Wert
der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel. Der Betrag
an Lebensmitteln also, die eine Arbeitskraft für sich selber und seine Kinder
täglich gebraucht, würde den Wert einer täglichen Arbeitskraft bedeuten.