Full text : Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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von  uns  mitgeteilten  Stellen)  offenkundigen  Zwang  an,  zweifelsohne  haben
Marx  und  Engels  ihrer  Theorie  eine  ganz  andere,  sehr  reale  Bedeutung  beigelegt ­
  und  „Elend",  Druck,  Ausbeutung  und  Sklaverei  sehr  handgreiflich,  materiell ­
  verstanden.
g )  Die  Krisen-  und  Zusammenbruchstheorie.
Sie  geht  dahin:  Aus  dem  Schatze  der  bürgerlichen  Gesellschaft ­
  wachsen  die  Kräfte  hervor,  die  sie  langsam  aber  sicher
dem  Untergange  zuführen.  Die  völlig  anarchische  Produktionsweise,
die  immer  steigende  Prositsucht,  die  fehlende  Uebersicht  über  die
Absatzmärkte  und  die  Gestaltung  des  Absatzes  machten  das  Mitzverhältnis
  zwischen  der  Menge  der  '  Warenvorräte  und  ihrer  Absatzfähigkeit
  immer  krasser.  Immer  mehr  und  mehr  würden  die  Krisen  zunehmen, ­
  gleichsam  immer  wiederkehrende  Bankerotte  der  bürgerlichen  Gesellschaft ­
  seien  sie,  die  schlietzlich  zu  einer  Weltkrisis  und  zu  einem  völligen.Zusammenbruch ­
  der  ganzen  kapitalistischen  Produktionsweise  führen  werden.
Im  „Kommunistischen  Manifeste"  lesen  wir  (S.  30/31)  hierüber:  „Die  bürgerlichen ­
  Eigentumsverhältüisse,  die  moderne  bürgerliche  Gesellschaft,  die  so
gewaltige  Produktions-  und  Verkehrsmittel  hervorgezaubert  hat,  gleicht  dem
Hexenmeister,  der  die  unterirdischen  Gewalten  nicht  mehr,  zu  beherrschen  vermag, ­
  die  er  heraufbeschwor.  Seit  Dezennien  ist  die  Geschichte  der  Industrie
uUd  des  Handels  nür  die  Geschichte  der  Empörung  her  modernen  Produktivkräfte ­
  gegen  die  modernen/  Produktionsverhältnisse,  gegen  die  Eigentumsverhältnisse, ­
  welche  die  Lebensbedingungen  der  Vourgoiste  und  ihrer  Herrschaft ­
  sind.  Es  genügt  die  Handelskrisen  zu  nennen,  welche  in  ihrer  periodischen ­
  Wiederkehr  immer  drohender  die  Existenz  der  ganzen  bürgerlichen  Gesellschaft ­
  in  Frage  stellen.  In  den  Handelskrisen  wird  ein  großer  Teil  nicht
nur  der  erzeugten  Produkte,  sondern  der  bereits  geschaffenen.Produktivkräfte
regelmäßig  vernichtet.  In  den  Krisen  bricht  eine  gesellschaftliche  Epidemie
aüs,  welche  allen  früheren  Epochen  als  ein  Widersinn  erschienen  wäre  —
die  Epidemie  der  Ueberproduktion.  Die  Gesellschaft  findet  sich  plötzlich  in
einen  Zustand  momentaner  Barbarei  zurückversetzt/  eine  Hungersnot,  ein
allgemeiner  Vernichtungskrieg  scheinen  ihr  alle  Lebensmittel  abgeschnitten
zü  haben,  die  Industrie,  der  Handel  scheinen  vernichtet,  unh  warum?  Weil
sie  zu  viel  Zivilisation,  zu  viel  Lebensmittel,  zu  viel  Industrie,  zu  viel
Handel  besitzt.  Die  Produktivkräfte,  die  ihr  zur  Verfügung  stehen,  dienen
nicht  mehr  zur  Beförderung  der  bürgerlichen  Eigentumsverhältnisse,  im  Gegenteil, ­
  sie  sind  zu  gewaltig  für  diese  Verhältnisse  geworden,  sie  werden
von  ihnen  gehemmt,,  und  sobald  sie  diese  Hemmnis  überwinden,  bringen  sie
die  Existenz  des  bürgerlichen  Eigentums.  Die  bürgerlichen  Verhältnisse
sind  zu  eng  geworden,  um  den  von  ihnen  erzeugten  Reichtum  zu  fassen.  Wodurch ­
  überwindet  die  Bourgoisie  die  Krisen?  Einerseits  durch  die  erzwungene ­
  Vernichtung  einer  Masse  von  Produktivkräften;  andererseits  durch  die
Eroberung  neuer  Märkte  und  die  gründlichere  Ausbeutung  alter  Märkte.
Wodurch  also?  Dadurch,  daß  sie  allseitigere  mnd  gewaltigere  Krisen  vorbereitet ­
  und  die  Mittel,  den  Krisen  vorzubeugen,  vermindert."
Auch  hier  hat  das  Erfurter  sozialdemokratische  Parteiprogramm  vom
Jahre  1891  sich  restlos  dem  Meister  verschrieben.  Es  heißt  hier  Über  die
Krisen:  „Der  Abgrund  zwischen  Besitzenden  und  Besitzlosen/  wird  noch  er-
            
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