Full text : Die Fabriksparkasse

22

jugendlichen  Arbeiter  einen  gewissen  Teil  seines  Verdienstes ­
  den  in  manchen  Fällen  zu  weit  gehenden  Ansprüchen ­
  seiner  Familie  gegenüber  zu  sichern,  wurde
unsere  Spareinrichtung  ins  Leben  gerufen.
Während  der  junge  Mann,  der  Beamter,  Arzt,  Kaufmann ­
  oder  was  sonst  werden  will,  für  die  Vorbereitung
auf  seinen  Beruf  meist  größere  Mittel  aufzuwenden  hat
und  erst  in  späteren  Jahren  in  die  Möglichkeit  des
Sparens  kommt,  kann  der  jugendliche  Arbeiter  schon
frühzeitig  ans  Sparen  denken.  Bei  der  Entwicklung  der
modernen  Arbeitsweise  nähert  sich  der  Verdienst  des
jugendlichen  Arbeiters  rasch  dem  des  älteren  und  verheirateten ­
  Arbeiters,  er  ist  mithin  in  der  Lage,  unter  allen
Umständen  von  seinem  Lohne  etwas  zurückzulegen.
Auf  dieser  Grundlage  ergänzte  die  Bergische  Stahlindustrie ­
  im  Jahre  1887  ihre  Fabrikordnung,  indem
sie  einen  Sparzwang  für  jugendliche  Arbeiter  bis  zum
25.  Lebensjahre  —  bezw.  bis  zur  Verheiratung  —  einführte. ­
  Es  wurde  dabei  bestimmt,  daß  etwa  5°/ 0  vom  Verdienst ­
  —  in  runden  Zahlen  je  nach  dem  Lebensalter  berechnet ­
  —  eingehalten  werden  sollten.  Die  übrigen  Arbeiter ­
  konnten  die  Einrichtung  freiwillig  benutzen.  Ich
will  die  Einzelbestimmungen  nicht  anführen,  es  sei  nur
erwähnt,  daß  die  eingehaltenen  Beträge  vierteljährlich  der
städtischen  Sparkasse  zur  Eintragung  in  die  Bücher  der
einzelnen  Sparer  überwiesen  werden.  Die  Sparkasse  verzinst ­
  die  Guthaben  der  Sparer  mit  4%,  die  Bergische
Stahlindustrie  gibt  eine  Zuschußprämie  von  2%.
Über  die  Entwicklung  der  Kasse  kann  ich  nun  folgende
Mitteilungen  machen.  Wie  bereits  erwähnt,  trat  sie  am
1.  Oktober  1887  ins  Leben;  beim  ersten  Abschluß  am
1.  Juli  1889,  also  nach  1®/*  Jahren,  waren  200  Sparer

vorhanden,  die  15  500,24  oll
eingelegt  und  3  843,28  „
zurückgezogen  hatten,  so  daß  11656,96  Ji

im  Bestände  verblieben.  Die  Anzahl  der  Sparer  hat  sich
bis  heute  verzehnfacht,  sie  beträgt  ungefähr  2000  bei  einer
fünffach  größeren  Arbeiterschaft.  In  dem  Zeiträume  vom
1.  Oktober  1887  bis  31.  Dezember  1912  sind  im  ganzen
an  Sparbeträgen-Zinsen  Prämien  gutgeschrieben  worden
1  155  286,05  M.  Beim  Austritt  aus  der  Beschäftigung
wurden  zurückgezogen  206  379,97  <M.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.