10
dem, war es die schärfste Kampfairsage an die
orthodoxe „Schule" der Nationalökonomie. Denn
beide Autoren gaben dem Krieg und dem Staate,
ferner den geistigen und sittlichen Potenzen
ihr Recht innerhalb der Wirtschaftswissenschaft;
beide warnten vor der in Deutschland üblichen
Überschätzung der britischen Theorie und Handelspraxis.
Beide haben ihr eigentümliches
System nicht ausgebaut und seine Verwirklichung
nicht schauen dürfen. Der Berliner
Romantiker und Freund Heinrich von Kleists,
Adam Müller, endete als Vorkämpfer der
Hörigkeit und des Gewissenszwanges, ein anderer
Kritiker des Adam Smith — der reichbegabte
Alexander von der Marwitz — blieb auf
dem Schlachtfelds 1813. Friedrich List, den
schwäbischen Herold deutscher Einheit und Weltgeltung,
trieb sein dankbares Vaterland über
den Ozean, und der Kleingeist seiner Zeitgenossen
sehte seinem Leben ein zu frühes Ziel. Aber
beider Ideen leben und wirken fort. In
den konservativeil Parteien und in der spezifisch
katholischen Auffassung des Sozial- und Wirtschaftslebens
klingen Adam Müllers Leitsätze
wieder an. Aus Friedrich List geht neben
Zollverein und Eisenbahn auch alles mit zurück,
was im modernen Deutschland an organisierter
Interessenvertretung geschaffen ward und was