thumbs : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette  und  -öle.

des  Schälchens  angesetzt  haben,  wieder  sicher  in  die  Flüssigkeit  zurückgebracht  und
verestert  werden.
6.  Der  Verdunstungsrüokstand  stellt  bei  Wasserbadwärme  in  der  Eegel  eine  hellbraune
klare  harzige  Masse  dar,  die  beim  Erkalten  meist  trübe  und  fest  wird.
7.  Die  erforderliche  Menge  richtet  sich  ganz  nach  der  Menge  des  vorhandenen  Eohcholesterins
  bezw.  des  Esters.  Es  dürften  im  allgemeinen  wegen  der  Schwerlöslichkeit ­
  des  Esters  (100  ccm  absol.  Alkohol  vermögen  bei  17,5°  nur  0,60  g  Cholesterinester
und  0,47  g  Phytosterinester  in  Lösung  zu  halten!)  bei  reinen  tierischen  Fetten  und
solchen  mit  nur  wenig  Pflanzenfett,  aus  denen  man  etwa  0,1—  0,3  g  Eohcholesterin
erhält,  10—25  ccm  absol.  Alkohol  erforderlich  sein.  Bringt  mau  beim  Erhitzen  mit
diesen  Alkoholmengen  den  Ester  nicht  in  Lösung,  so  nimmt  man  eben  mehr  Alkohol.
Es  empfiehlt  sich,  die  erste  Kristallisation,  bei  der  es  vorwiegend  darauf  ankommt, ­
  die  Ester  von  den  nicht  kristallisierenden  Verunreinigungen  zu  trennen,  recht
langsam  etwa  in  1—2  Stunden  erfolgen  zu  lassen.  Erfolgt  die  Kristallisation  sofort
nach  dem  Erkalten,  so  empfiehlt  es  sich,  nach  Zusatz  von  etwas  Alkohol  die  Kristalle
nochmals  durch  Erwärmen  in  Lösung  zu  bringen.
8.  Es  empfiehlt  sich,  das  noch  feuchte  Filter  auf  einem  Tonteller  noch  möglichst  von  der
Flüssigkeit  zu  befreien.
9.  Bei  dieser  und  den  weiteren  Kristallisationen  kann  mau  die  Menge  des  zur  Lösung
der  Kristalle  dienenden  Alkohols  ohne  Nachteil  so  knapp  bemessen,  daß  die  größte
Menge  der  Kristalle  schon  nach  1 / 4 — 1 / 2  Stunde  auskristallisiert  ist;  nur  empfiehlt  es
sich  auch  hier,  bis  zum  Erkalten  der  Lösung  auf  Zimmertemperatur  das  Schälchen  mit
einem  Uhrglase  bedeckt  zu  halten,  damit  die  Erkaltung  und  Verdunstung  im  Anfänge
nicht  zu  schnell  erfolgt.
10.  Man  muß  natürlich  beim  Abfiltrieren  der  weiteren  Kristallisationen  immer  möglichst
kleine  Filterchen  nehmen  oder  aber  man  kann,  —  was  meist  noch  zweckmäßiger  erscheint ­
  —  etwa  von  der  dritten  Kristallisation  an  den  feuchten  Kristallbrei  mit  der
Mutterlauge,  anstatt  ihn  durch  ein  in  einem  Trichter  befindliches  Filter  zu  filtrieren,
mittels  eines  kleinen  Spatels  auf  die  Mitte  eines  Stückchens  möglichst  glatten  Filtrisrpapieres
  auf  einen  Tonteller  bringen  und  die  Mutterlauge  von  diesem  einsaugen
lassen.  Nachdem  dies  geschehen  ist,  deckt  man  die  Kristalle  behufs  vollständiger
Befreiung  von  der  noch  anhaftenden  Mutterlauge  mit  einigen  Tropfen  95  °/ 0 -igen
Alkohols.
11.  Dies  hat  man  naturgemäß  zum  Teil  selbst  in  der  Hand.  Läßt  man  bei  den  einzelnen
Kristallisationen  sehr  viel  auskristallisieren,  so  reicht  natürlich  die  Substanz  zu
öfteren  Kristallisationen  aus;  läßt  man  dagegen  nur  wenig  auskristallisieren,  so  erreicht ­
  man  dadurch  eine  verhältnismäßig  stärkere  Anreicherung  der  Kristalle  mit  etwa
vorhandenem  Phytosterinester.
12.  Es  empfiehlt  sich,  die  Schmelzpunktbestimmungen  mit  einem  verkürzten  Normalthermometer ­
  für  die  Temperaturen  100—150°  nach  Graebe-Anschütz  auszuführen,
und  dasselbe  bis  mindestens  zu  dem  Teilstriche  116°  bezw.  dem  zu  erwartenden
Schmelzpunkte  in  die  Heizflüssigkeit  eintauchen  zu  lassen.  In  diesem  Falle  ist  eine
Korrektur  des  Schmelzpunktes  nicht  erforderlich.  Benutzt  man  dagegen  ein  längeres
Thermometer,  so  genügt  es,  den  Schmelzpunkt  für  den  aus  der  Heizflüssigkeit  hervorragenden ­
  Quecksilberfaden  zu  korrigieren  nach  der  Gleichung:
S  =  T  +  n  (T  —  t).  0,000154
worin  bedeutet:
S  den  korrigierten  Schmelzpunkt,
T  den  beobachteten  Schmelzpunkt,
n  die  Länge  des  aus  der  Heizflüssigkeit  hervorragenden  Quecksilberfadens  in
Temperaturgraden,
t  die  mittlere  Temperatur  der  die  hervorragende  Quecksilbersäule  umgebenden  Luft,
gemessen  mittels  eines  zweiten  Thermometers,  welches  man  an  der  Mitte  des
hervorragenden  Quecksilberfadens  anbringt.
            
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