Vorwort
Der Bund schweizerischer Frauenvereine hatte in seiner
Generalversammlung in Luzern (5. Oktober 1912) auf Antrag
der Union für Frauenbestrebungen in Zürich beschlossen, eine
Enquete über die sozialen Verhältnisse der Arbeiterinnen vor
zunehmen. Im Laufe des Sommers 1913 wurde die Erhebung
unter der Leitung einer eigens dafür bestellten Enquetekommission
durchgeführt, und sie erstreckt sich einerseits auf die Arbeits
bedingungen in Handel und Industrie — soweit diese letztere
nicht dem Fabrikgesetze unterstellt ist oder die Heimarbeit be
trifft — anderseits auf die bis heute in der Schweiz noch uner
forschten sozialen Verhältnisse der Krankenpflegerinnen.
Nicht alle Teile der Schweiz sind an der Durchführung
dieser Enquete gleichmässig beteiligt gewesen, und wenn diese
unsere erste Publikation den Kanton Zürich betrifft, so liegt dies
in dem relativ grossen Material, das hier gesammelt worden war.
Immerhin sind ja auch diese Zahlen noch als kleine zu
bezeichnen; sie vermögen aber trotzdem einen Einblick in die
sozialen Bedingungen der Arbeiterinnen zu geben, um als Vor
arbeit zur kommenden schweizerischen Gewerbegesetzgebung zu
gelten. Die vielfach mühsame und nur aus privater Initiative her-
vorgegangene Arbeit des Bundes schweizerischer Frauenvereine
verdient daher den Dank Aller, denen die Besserung der Lage
des Arbeiterstandes am Herzen liegt.
Zürich, den 22. Juni 1914.
Der Verfasser.