Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Eisenbahnen:  Oberbau.

und  somit  gegen  Entgleisen  geschützt.  —  Derartige  Zangen  kamen  zum  erstenmal  bei
der  Seilbahn  auf  das  Stanserhorn  (Abb.  69)  zur  Anwendung.  —  Abb.  161  zeigt  die
Strubsche  Weiche  für  Zahnbahnen.  Mit  den  beiden  Weichenzungen  sind  hier  drei
Zahnstangenzungen  gleichzeitig  zu  bewegen,  wovon  zwei  miteinander  gekuppelt  und
nahe  dem  Herzstück  gelegen  sind,  während  die  dritte  zwischen  den  Fahrschienenzungen
sich  befindet.  Beim  Umstellen  der  Weiche  legt  sich  stets  eine  der  gekuppelten  Zahnzungen
über  die  eine  innere  nicht  benutzte  Fahrschiene  und  stellt  dadurch  einen  fortlaufenden
Eingriff  für  das  Lokomotivzahnrad  her.  In  Abb.  161  zeigt  die  Weiche  auf  die  linksseitige ­
  Abzweigung,  daher  die  im  geraden  Strang  liegende  Zahnstange  zweimal  unterbrochen ­
  erscheint.
Seilbahnen.  Während  man  sonst  den  Oberbau  der  Seilbahnen  genau  wie  den
der  Zahnradbahnen  herstellte,  also  mit  einer  Zahnstange  im  Gleise  (Abb.  163),  in  die
hier  ein  zum  Bremsen  dienendes  Zahnrad,  das  auf  einer  Radachse  der  Fahrzeuge  befestigt
ist,  eingreift,  hat  man  bei  der  Stanserhornbahn  diese  Zahnstange  fortgelassen.  Hierdurch
wurden  die  Baukosten  wesentlich  vermindert.  Da  aber  im  Falle  eines  Seilbruchs  die
Wagen  mit  Sicherheit  zum  Halten  gebracht  werden  müssen,  so  ersetzten  mit  bestem  Erfolge
1893  Bücher  und  Dürrer,  die  Erbauer  jener  Bahn,  die  Zahnstange  durch  die  erwähnte
Zangenbremse,  deren  „Maul"  sich  beim  Bremsen  gegen  die  Keilflächen  des  Schienenkopfes
(Abb.  162)  legt.  Die  Schweizer  Aufsichtsbehörde  gab  die  Bauerlaubnis  hierzu  erst  nach
dem  guten  Ausfall  eingehender  praktischer  Versuche  auf  einer  mit  70°/ 00  angelegten
Probestrecke.  Im  Falle  eines  Seilbruchs  tritt  diese  Zangenbremse  sofort  selbstthätig  in
Wirksamkeit.  Näheres  über  diese  bemerkenswerte  Bahn  befindet  sich  im  Abschnitt
„Seilbahnen".
Als  Beispiel  eines  Seilbahnenoberbaues  möge  Abb.  163  (Steilstrecke  der  Mürrenbahn)
  dienen.  Das  natürliche  Felslager  ist  hier  treppenartig  abgestuft  und  mit  zwei  in
ganzer  Bahnlänge  durchlaufenden  50  cm  breiten  Betonkörpern  versehen.  Auf  diesen
ruhen  die  hölzernen  Langschwellen,  gegen  Abrutschen  (Wandern)  durch  Eisenanker  und
40  cm  starke  Betonklötze  wirksam  gesichert.  Die  weiteren  Einzelheiten  dieses  dreischienigen
Oberbaues  mit  seinen  beiden  Zahnstangen  und  Drahtseilen  —  für  jede  Fahrrichtung  eine
Zahnstange  —  sind  aus  den  Abbildungen  ersichtlich.  Die  eingetragenen  Maße  hat
Verfasser  an  Ort  und  Stelle  aufgenommen.  Das  Abheben  der  Wagen  dieser  kühn  angelegten ­
  Bahn  wird  durch  Fangeisen  verhindert,  welche,  wie  bei  vielen  Zahnbahnen,
zangenartig  unter  die  beiden  Flansche  der  Zahnstangenwangen  greifen.  Andere  Drahtseilbahnen ­
  (Bürgenstock,  Stanserhorn  u.s.  w.)  zeigen  die  Querschwellen  völlig  mit  Beton
umhüllt,  so  daß  ein  fester  Unterbau  geschaffen  ist.  Diese  Bauart  hat  sich  bei  geringen
Fahrgeschwindigkeiten  bis  zu  1 1 / 2  m/sec.  bewährt,  bei  größerer  Schnelligkeit  fährt  es  sich
aber  zu  hart.  —
            
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