Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

Fettgasbeleuchtung. Elektrische Wagenbeleuchtuiig. 
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Die preußischen Staatsbahnen allein besitzen die Einrichtung zur Gasbeleuchtung an 
26 000 Wagen und an mehr als 3500 Personenzuglokomotiven. Sie nehmen bis heute 
nicht nur in Deutschland, sondern auch den ausländischen Eisenbahnen gegenüber den un 
bestrittenen Vorrang in der Wagenbeleuchtung ein. 
Mit der Einführung des elektrischen Lichtes steigerten sich die Ansprüche des 
reisenden Publikums aufs neue. Eine Anzahl Verwaltungen stellten schon Anfang der 
80er Jahre Versuche mit dieser neuen Zugbeleuchtung an. Auf den Reichseisenbahnen 
in Elsaß-Lothringen (bereits im Winter 1882), der London und North-Western Bahn und 
anderen wurde die Dynamomaschine durch eine auf der 
Lokomotive bezw. dem Tender untergebrachte kleine 
schnelllaufende Brotherhood-Dampfmaschine angetrieben. 
— Zwei Drahtleitungen verteilten die elektrische Energie 
auf die verschiedenen Lampen des Zuges. Das Ver 
fahren bewährte sich nicht sonderlich, die Lampen brann 
ten nicht ruhig, auch wurde das ohnehin schon stark in 
Anspruch genommene Lokomotivpersonal durch die Be 
dienung der Lichtmaschinerie noch mehr belastet. Man 
ging nun dazu über, eine im Gepäckraume aufgestellte 
Dynamo von einer Wagenachse aus mittels Riemens 
zu betreiben. Da aber dann die Lampen während des 
Stillstandes des Zuges nicht brannten, so mußte eine 
Sammelbatterie zu Hilfe genommen werden, die wäh 
rend der Aufenthalte mit ihrem Energievorrate ein 
sprang, im übrigen auch das gleichmäßige Brennen der 
Lampen sicherte. Bei zu großer Zuggeschwindigkeit hob 
ein Regler die Riemenübertragung auf, und die Batterie 
allein versorgte die Lampen. Dieses Verfahren hat sich 
im allgemeinen bewährt. Die englische Midlandbahn 
führte es 1889 bei einer Anzahl ihrer Schnellzüge ein; 
jeder Wagen besaß seine Sammelbatterie. Die Be 
leuchtung der Abteile erfolgte durch je zwei Glüh 
lampen; sie war reichlich und von angenehmer Wirkung, 
aber infolge der hohen Anlagekosten nicht billig. Im 
Jahre 1892 wurde die Einrichtung, weil zu viel War 
tung erfordernd, wieder beseitigt und durch das Ölgas 
licht ersetzt. Auch die Great Northernbahn hat die elek 
trische Beleuchtung ihrer Untergrundzüge seit 1891 
durch Ölgas ersetzt, da, wie Verfasser verwaltungsseitig 
seiner Zeit mitgeteilt wurde, dieselbe sich als zu teuer er 
wies. Einige englische Bahnen benutzen elektrisches Licht, 
größtenteils jedoch nur in wenigen Luxuswagen (Speise 
wagen). Die Energie ist hier in einzelnen Sammel 
zellen aufgespeichert, die unter die Sitze geschoben werden. Das Laden und Auswechseln 
erfolgt auf den Abgangsstationen. Bon einer ausgedehnten Anwendung des elektrischen 
Lichtes in den Personenzügen Englands kann keine Rede sein. In den Vereinigten 
Staaten von Nordamerika hatten im Jahre 1897 insgesamt nur etwa 140 Wagen und 
zwar in Luxuszügen elektrische Beleuchtung. 
Nach dem eben genannten, bei englischen Luxuswagen benutzten Verfahren beleuchtet 
auch die deutsche Reichspost seit kurzem etwa 1200 Eisenbahn-Postwagen. Die Ölgas- 
Beleuchtung, die die Staatsbahnverwaltung lieferte (1 Mark für ein Kubikmeter Gas), 
stellte sich zu teuer. Sie wurde deshalb vor einigen Jahren postseitig durch die elek 
trische ersetzt. Die Postwagen führen etwa 44 kg schwere Sammelbatterien mit sich, zu 
deren Ladung 16 verschiedene Ladestellen auf verschiedenen deutschen Bahnhöfen an 
gelegt sind. 
262. Inlrnstvtmnpr für Fcttgas.
	        
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