330 Eisenbahnen: Schneepflüge.
ändern hat, auch je nach der Schneebeschaffenheit dessen Umdrehungszahl verringern oder
bis auf 125 in der Minute verstärken, sowie den Lokomotivführern die nötigen Signale
für das stärkere oder schwächere Vorrücken geben muß. Die Maschine schleudert den
Schnee 20 na hoch und bis 100 in weit. Es ist ein höchst anziehendes Bild, das sich
beim Arbeiten dieser Schaufler dem Auge zeigt. Dicke Rauchwolken, vermischt mit dem
Abdampf, entströmen den verschiedenen Schornsteinen unter lautem Getöse, die Sicherheits
ventile blasen zischend ab, dazwischen tönen die Signalpfiffe, und hoch im Bogen sieht man
die Schneemassen fortgeschleudert. Die Schleuder vermag bis 3 m hohe frisch gefallene
Schneemaffen mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 km i. d. Stunde zu beseitigen; hart
gefrorener Schnee erfordert erheblich mehr Zeit.
Auch in Europa ist die Lesliemaschine mehrfach beschafft, so von den preußischen
Staatsbahnen, die damit ihre schneereichen Linien im Thüringer Walde säubern lassen,
und von der Gotthardbahn. Von der Leslieschleuder sind bis jetzt etwa 100 Stück er-
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baut worden, die Mehrzahl wird auf den besonders schneereichen nordamerikanischen
Bahnen benutzt. Die in der Schweiz und Deutschland benutzten Maschinen sind von
Henschel & Sohn in Kassel erbaut (Preis 50 000 Mark).
Da die verstellbaren langen Messer durch hart gefrorenen Schnee, vor allem
durch Steine leicht beschädigt werden können, auch das Umsteuern der Dampfmaschine
beim Wechsel der Schleuderrichtung lästig ist, so hat die Görlitzer Waggonfabrik
1889 eine andere, widerstandsfähigere Schleuder konstruiert, die in der Abb. 337 wieder
gegeben ist. Statt der Trichter sind hier 12 flache, breite Schaufeln gewählt, die radial
zur Drehachse des mit einem „Vorschneider" versehenen Schleuderrades sitzen. Der
Dampf für die 700pferdige Betriebsmaschine wird der Schiebelokomotive entnommen,
mit welcher die Schleuder durch eine große Kupferrohrspirale verbunden ist, um die
kleinen gegenseitigen Bewegungen der Fahrzeuge (namentlich auch in Gleisbögen) für die
Dampfzufuhr unschädlich zu machen. Das Rad dreht sich nur nach einer Richtung
(140mal in der Minute), besitzt aber eine untere und eine obere verschließbare Auswurf
öffnung, wovon die eine links, die andere nach rechts den Schnee fortschleudert, wenn sie
geöffnet wird. Diese Bauart ist von den ungarischen Staatsbahnen angeschafft. Auf der