Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Besondere Eisenbahnen. 
größerer Länge sind zwar angestrebt worden, aber bis Ende der 90 er Jahre nicht zur 
Ausführung gebracht. So wurde z. B. in der Schweiz, die zur Zeit 17 Seilbahnen mit 
Personenbeförderung besitzt, vor einigen Jahren der Entwurf zu einer Bahn mit 740 %o 
größter Steigung von der Aufsichtsbehörde abgelehnt, weil nach deren Ansicht der Betrieb 
so steiler Gleisrampen sich mit den bisher üblichen Einrichtungen nicht genügend sicher 
gestaltet. Steigungen von 600 bis 620°/ 00 kommen dagegen mehrfach vor, so bei der 
San Salvatore-Bahn am Luganer See, der weltbekannten Lauterbruunen-Grütschalpbahn, 
von der Abb. 334 eine Gesamtansicht, Abb. 335 einen Teil eines ihrer Viadukte mit 
dem Wagen wiedergibt, und bei der Stanserhornbahn (Abb. 69, S. 107). Für kleinere 
Bahnen dagegen hat man in der Neuzeit eine Steigung selbst von 780 °/ 00 (1:1,3) zu 
gelassen (Seilbahn Pilar-Bahia, erbaut 1897). 
Gewöhnlich läuft auf solcher Bahn ein Wagen abwärts, wenn ein anderer aufwärts 
gezogen wird. Hierdurch tritt ein je nach der Steigung der beiden Gleisabschnitte größerer 
oder kleinerer Ausgleich der zu hebenden Last ein, der den Kraftbedarf für den Bahn 
betrieb vorteilhaft mindert. 
Bei den bisherigen Ausführungen wird das Seil entweder unmittelbar durch eine 
Dampf-, Gas- oder Wasserkraftmaschine (Turbine) bewegt oder mittelbar durch eine solche, 
indem deren Arbeit zunächst in elektrische Energie umgeformt und 
diese dann an der Verbrauchsstelle in mechanische Arbeit zurück 
verwandelt wird, oder aber endlich, indem 
man den abwärtsfahrenden Wagen durch 
Auffüllen eines an ihm befindlichen Behälters 
mit Wasser ein Wasser- r 
Übergewicht gibt, dessen -¡s^ bend wirkt. Ist das 
Schwerkraft dann tret- Wasser ohne beson 
dere Kosten zu be 
schaffen, so stellt sich eine solche Be 
triebsart am wirtschaftlichsten. Am 
teuersten ist Dampf- oder Gaskraft 
betrieb, da hier bekanntlich nur ein ge 
ringer Teil der Wärmemenge, die im 
Brennstoff enthalten ist, in nutzbare 
Arbeit umgewandelt werden kann. Die beste Dampfmaschine vermag ja höchstens bis 
15 °/ 0 dieser Wärmemenge auszunutzen, eine gute Gaskraftmaschine bis etwa 30°/g. 
Einige Beispiele für die verschiedene Betriebsart gibt nachstehende Übersicht: 
388. Eiserner Uiadnkt der 
Eirßdachtiahn. (Länge 190 m.) 
Bahnanlage 
Länge der Bahn 
im Gleise 
Höhenunterschied 
der Endstationen 
Größte 
Steigung 
°loo 
Betriebsart 
Vesuvbahn*! 
820 
390 
634 
Dampfmaschine 
Budapest (Ofener Schloßberg) . 
800 
50 
620 
„ 
Hävre-La Cète .... 
330 
75 
446 
„ 
Onchy-Lausanne**) . . . 
1480 
102 
116 
Turbine 
San Salvatore (Lugano). . 
1650 
602 
600 
Elektromotor 
Stanserhorn"*) .... 
3920 
1400 
620 
„ 
Bürgenstock t) 
936 
440 
577 
„ 
Gießbach 
345 
93 
320 
Wasserballast 
Lauterbrunnen-Grütschalp . 
1372 
674 
620 
„ 
Heidelberg ßß) 
489 
172 
430 
,, 
*) Die Bahn ist einschienig und besitzt 2 Gleise. 
**) Das Zugseil ist um eine Wiudetrommel geschlungen und zwar fünfmal, so daß die 
beiden Wagenzüge beim Stillstand der Turbine (Doppelrad mit 180 m Wasserdruckhöhe) sicher 
gehalten werden. 
***) Die Bahn bildet drei getrennte Abschnitte von 1610, 1070 und 1240 m Länge, 
t) Die Bahn ist auf ihrem mittleren Abschnitt sowohl in senkrechter wie in wagerechtep 
Ebene gekrümmt, verläuft hier sonach in einer Schraubenlinie. Dieser Fall kommt auch auf der 
elektrischen Untergrundbahn City and South London Railway S. 360 vor. 
ff) Das Wasser wird nach der oberen Station Molkenkur hinaufgepumpt.
	        
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