342 Besondere Eisenbahnen.
hat 117 600 Mark in der Anlage und Ausrüstung gekostet. Die jährlichen Betriebsausgaben
belaufen sich auf rund 2000 Mark. Da die Bahn im Jahre von etwa 16000 Personen befahren
wird und der Fahrpreis 1 Frank (80 Pfennig) beträgt, so ist eine Verzinsung einschließlich
Abschreibung der Bausumme von mindestens 9°/ 0 gesichert. Allerdings weist diese
Bahn das beste Ertragsergebnis in der Schweiz auf, während manche andere Seilbahn sich
kaum bezahlt macht. Das seiner Zeit dort herrschende Eisenbahnfieber hat eine Anzahl
Bahnen ins Leben gerufen, die bei der kurzen jährlichen Betriebszeit einen enormen Fremdenverkehr
zur Voraussetzung haben müssen, wenn die Anlage sich einigermaßen verzinsen soll.
Ungünstig auf die Fahrgeschwindigkeit wirkt das Seilgewicht. Es ist zu Beginn
der Fahrt beim abwärtsfahrenden Zuge — Null, bei dem zu Berg gehenden dagegen ein
Maximum, da hier das Gewicht des ganzen Seiles zur Wirkung kommt. Dieses ist oft
erheblich und beträgt beispielsweise auf der Lauterbrunnen-Grütschalpbahn 4800 kg. Mit
340. ttmsteisestatioii dir Ktanlrrtzoriibahn.
Nach einer Ausnahme der Gesellschast „Photoglod" in Zürich.
fortschreitender Fahrt nimmt das Seilgewicht für den Bergzug ab, dessen Widerstand sinkt
also, während es bei dem Thalwagen anwächst und damit dessen treibende Kraft vergrößert.
Dadurch würde aber bei gleichmäßigem Gefälle der Bahn eine Beschleunigung
der Fahrt hervorgerufen werden. Der Betriebssicherheit wegen darf aber die Fahrgeschwindigkeit
eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Eine schnelle Verminderung
zu großer Fahrgeschwindigkeit durch kräftiges Bremsen ist nicht ohne Gefahr; einmal kann
das Zugseil beim Thalzuge außer Spannung kommen, was den zu Berg gehenden Zug
zurückschnellen lassen würde, und sodann auch sucht sich der schnell gebremste Wagen um
seine untere Kante zu drehen, was ein Entgleisen herbeiführen kann. Eine auf Beschleunigung
wirkende Triebkraft ist daher unzulässig; das Seilgewicht muß somit ausgeglichen
werden. Hierzu dienen verschiedene Mittel.
Der einfachste Weg, den Seileinfluß gänzlich aufzuheben, ist der, daß man an das
untere Ende beider Wagenzüge ein sogenanntes Ausgleich- oder Ballastseil hängt. Dasselbe
läuft unten um eine große Rolle und wird zwecks Verhinderung des Schleifens,