Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

346  Eisenbahnen:  Seilbahnen.

die  Ausweichkurve  wird  lediglich  durch  die  Räder  bewirkt.  Zu  diesem  Zwecke  sind  diese
an  der  einen  Wagenseite  mit  doppeltem  Spurkranz  versehen,  wohingegen  die  der  anderen
Seite  glatt-cylindrisch  gehalten
sind.  Die  eine  Außenschiene
der  Ausweichstelle  führt  also
den  Wagen,  die  zugehörige
344.  Kilts  selbstthätige  Ausweichstelle  (ohne  bewegliche  Aimgrni.  Jnnenfchiene  stützt  ihn  nur.  Da
das  Zugseil  in  gleichem  Sinne
abgelenkt  werden  muß,  so  werden  die  inneren  Schienen  hierfür  durchschnitten.  Doch
auch  die  Zahnstange,  die  bis  1894  alle  stark  geneigten  Seilbahnen  aufweisen,  vermehrt ­
  die  Schwierigkeiten  der  Weiche.  Sie  hat  hier  allein  den  Zweck,  ein  wirksames
Mittel  zum  Bremsen  abzugeben  und  die  Wagen  durch  sogenannte  am  Wagengestell  befestigte ­
  Fanghaken  mit  dem  Gleise  zu  verankern,  so  daß  sie,  namentlich  bei  der  Thal-345.

  Magen  der  Seilbahn  ans  den  Kiirgrnstoril.
fahrt,  sicher  auf  den  Schienen  hinabführen.  Die  Zahnradbremse  ist  sehr  wirksam.
Eine  der  Radachsen  des  Wagens  trägt  ein  Zahnrad,  das  sich  bei  der  Fahrt  in  der  Zahnstange ­
  abwickelt.  Neben  ihm  sitzen  Bremsscheiben,  aus  die  nach  Bedarf  Bremsklötze  (aus
Rotguß)  wirken.  Durch  Anziehen  dieser  Bremse  läßt  sich  der  Wagen  schnell  anhalten.
Außerdem  ist  gewöhnlich  noch  eine  selbstthätige  Bremse  vorhanden,  die  in  Thätigkeit
tritt,  sobald  die  Fahrgeschwindigkeit  eine  gewisse  Grenze  überschreitet.  In  diesem  Falle
löst  ein  Fliehkraftregulator  eine  Fallbremse  aus,  deren  Klötze  gegen  Bremsscheiben
drücken,  die  neben  den  Wagen-  oder  Zahnrädern  angebracht  sind.
Die  Zahnstange  ist  hier  wie  bei  den  Zahnbahnen  ausgebildet,  ist  also  entweder
Riggenbachsche  Leiterzahnstange  oder  Abtsche  Lamellenstange  (Abb.  155).  Die  erstere  ist
für  zweischienigen  Oberbau  wegen  der  Ausweichung  unbequem  und  bedingt  daher  dreischienige
  Gleise.  Die  Abb.  163  auf  S.  167  zeigt  eine  derartige  Oberbau-Anordnung
(Grütschalpbahn;  vgl.  auch  Abb.  339).  Die  Abtsche  Zahnstange  kann  bei  zweischienigem
Oberbau  bequem  angewendet  werden,  wie  die  Seilbahn  Bürgenstock  beweist.  Durch  die
Zahnstangen  wird  aber  der  Oberbau  wesentlich  schwerer,  wiegt  dieser  doch  z.  B.  auf
der  Grütschalpbahn  285  kg  auf  1  m,  und  die  Anlagekosten  wachsen  beträchtlich.  Da
            
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