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Eisenbahnen: Stadtbahnen.
nach
Zool.Garten
Die elektrische Hochbahn in Berlin.
Diese seit Herbst 1896 im Ban befindliche und zur Zeit ihrer Vollendung entgegengehende
Anlage weicht von den bestehenden Hochbahnen namentlich dadurch ab, daß an
mehreren Stellen ihres Linienzuges Unterpflasterstrecken eingeschaltet sind, in die sich die
Hochbahn mittels steiler Rampen hinabsenkt, und daß ihre Erbauer (Siemens & Halske)
bemüht gewesen sind, der Bahn, wie erwähnt, ein möglichst gefälliges Gepräge zu verleihen.
Die zweigleisige Linie beginnt am Wilhelmplatz in Charloitenburg und zieht sich
in 12,6 Km Länge an der Station „Zoologischer Garten" der Berliner Stadtbahn vorbei
durch den Süden der Reichshauptstadt, überschreitet östlich vom Görlitzer Bahnhof die Spree
mittels der in Abb. 380 wiedergegebenen Oberbaumbrücke und endigt nahe der Ringbahnstation
„Warschauer Straße". Zwischen der Anhalter und Potsdamer Bahn läuft ein Zweig
mittels zweier Krümmungen, dadurch nach Abb. 379 ein „Gleisdreieck" bildend, nach dem
Potsdamer Bahnhöfe aus und zwar in seiner 330 iw laugen Endstrecke als Unterpstasterbahn.
Eine Weiterführung der letzteren von hier nach dem Mittelpunkte Berlins ist geplant.
Auch das etwa 4 km lange Anfangsstück zwischen dem Wilhelm- und Nollendorfplatz
gelangt jetzt als Unterpflasterbahn zur Ausführung. Abb. 379 zeigt das eigenartige
Gleisdreieck in einfachen Linien. Seine Anordnung war nicht leicht; die einzelnen
sich kreuzenden Gleise
nach mußten in verschiedener
Potsdamer „ „p ... . 1 / . .
Platz Hohe übereinander fortgeführt
werden, um bei
der schnellen Zugfolge
einen möglichst gesicherten
Zugbetrieb zu erhalten.
In der Hochbahnstrecke
ruhen die
beiden normalspurigeu
Gleise auf einer gemeinsamen
, 7 m breiten,
wasserdichten Fahrbahn,
welche von einem
schmiedeisernen Unterbau auf Pseilerstützen getragen wird. Die Schienen liegen in den
Stationen 5,3 m über Pflaster, die Bahnsteige 0,85 m höher, so daß etwa 38 Treppenstufen
von den Reisenden zu ersteigen sind, also ungefähr doppelt so viel wie bei der
Budapester und der demnächstigen Berliner Unterpflasterbahn. Übrigens liegen bei einigen
Stationen der Berliner Stadtbahn die Bahnsteige bis 7,2 m über der Straße.
Die Bahnlinie berührt in Abständen von 340 bis 1940 m 6 Tief- und 10 Hochbahnstationen.
Die allgemeine Anordnung letzterer ist ähnlich derjenigen in New Jork, aber in
der äußeren Erscheinung grundverschieden von dem amerikanischen Bilde (Abb. 378).
Zeigt dieses durchweg die nüchternste Auffassung und größte Sparsamkeit, so bekunden
die Berliner Anlagen, unter denen namentlich die Stationen „Nollendorfplatz"
und „Potsdamer Straße" hervorragen, das Gegenteil. Ihre Erbauer sind mit allen
Mitteln bestrebt gewesen, in ihnen nicht nur Stationen zu schaffen, welche den Anforderungen
des Verkehrs genügen, sondern gleichzeitig auch Bauwerke, die einer Stadt wie
Berlin nicht zur Unzierde gereichen. Die künstlerische Behandlung dieser Nutzbanten lag
in den Händen bewährter Architekten. Ein Viertel der Bahnlinien liegt in Krümmungen,
deren schärfste 80 m Halbmesser besitzt. Etwa 8 / 5 der Bahn liegen in der Wagerechten.
Die größte Steigung beträgt 1:100, nur auf den Übergangsrampen von der Hoch- zur
Unterpflasterbahn findet sich die Steigung von 25 °/ 00 (1 : 40). Die Züge werden aus
1 bis 2 Motorwagen und 1 bis 2 Anhängewagen gebildet. Die Drehgestelle der ersteren
werden je durch 1 Elektromotor angetrieben.
Die gesamten Anlagekosten dieser Bahn sind einschließlich des Grunderwerbs, des
Krafthauses und der Ausrüstung auf rund 25 Millionen Mark veranschlagt, was für
nach
Warschauer Brücke
379. Mas Gleisdreieck.