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Stadtbahnen: Die Elberfelder Schwebebahn.
sie jetzt auch bei der 13,3 km langen zweigleisigen Schwebebahn Elberfeld-Vohwinkel zur
Ausführung gekommen ist. Das Eigentümliche der Langenschen Schwebebahn besteht
darin, daß die Wagen frei nach der Seite ausschwingen und sich schräg stellen können,
sobald entsprechend starke Seitenkräfte auf sie einwirken. Solche sind: die Fliehkraft in
den Gleisbögen, der Winddruck unb einseitige Belastung durch die Reisenden. Eingehende
Versuche haben dargethan, daß die beiden letzten Kräfte keinerlei bedenklichen Einfluß ans
die schweren Wagen einer Stadtbahnlinie ausüben. Sonach kommt allein die Fliehkraft
in Frage. Das durch sie bewirkte Schiesstellen der Fahrzeuge fällt um so stärker aus, je
größer die Fahrgeschwindigkeit und je kleiner der Krümmungshalbmesser ist. Durch ge
eignete Wahl beider Größen kann man das Schrägstelleu genau begrenzen. Beispielsweise
stellen sich die Wagen in einem 90irr-Bogen bei 40 Irrn Fahrgeschwindigkeit etwa 7°schief,
was von den Reisenden wohl kaum empfunden wird. Wichtig ist der Anschluß eines Gleis
bogens an die gerade Strecke. Ginge er unvermittelt in die letztere über, so würde an dieser
Stelle der Einfluß der Fliehkraft plötzlich aufhören, der Wagen müßte daher infolge seiner
Schwerkraft nach der entgegengesetzten Seite ansschlagen und würde dadurch ins Schaukeln
geraten. Das muß vermieden werden, und deshalb wird jede Krümmung vermittelst einer
Übergangskrümmnng allmählich in die Gerade übergeführt und ebenso allmählich kehrt
jetzt der Wagen beim Austritt aus dem Gleisbogen ohne Pendelbewegungen in seine senk
rechte Lage zurück. Krümmung und Gegenkriimmnng werden nach der kubischen und ge
wöhnlichen Parabel geformt. Die Gangart der Wagen ist eine sehr sanfte und ruhige.
Die Aufhängung ist so getroffen, daß ein Kippen oder Abstürzen, selbst bei einem Rad
oder Schienenbrnch ausgeschlossen erscheint.
Bei der Elberfelder Schwebebahn zieht sich die Fahrbahn innerhalb der industrie-
reichen Städte Barmen und Elberfeld ständig über der vielfach gekrümmten Wupper hin,
deren Lauf sie kurz vor dem Elberfelder Vorort Sonnborn verläßt, um von hier der Haupt
straße dieses Ortes und der sich anschließenden Stadt Vohwinkel zu folgen. Beide Endpunkte
der Bahn liegen dicht liefen einem Bahnhöfe der Staatsbahn. Die größte Steigung be
trägt 45<>/oo (l : 22), die schärfsten Krümmungen in der Hauptstrecke besitzen 90 m Halb
messer; nur ein Bogen vor der Endstation Vohwinkel zeigt 30 m, ist aber immer noch
flacher als die kleinsten Krümmungen der New Yorker Hochbahnen. Dagegen kommen in
den Umkehrschleifen und Betriebsgleisen Gleisbögen von nur 8 m vor. Der eigentliche
Fahrbahnträger hat nach Abb. 385 I-Form; zwischen den 4 m voneinander entfernten
einschwingen Gleisen liegt wie bei Enos ein Laufsteg für die Aufsichtsbeamten. Statt der