Klappen- und Trommelwehre.
447
etwaige Beschädigungen derselben leicht und ohne erhebliche Störung der Schiffahrt aus
zubessern. Die Stauwand, die aus Schützeutafeln oder Rollläden besteht, wird auch hier
mittels fahrbarer Winden gehoben. Sie stützt sich gegen eiserne Ständer, die im Auf
hängungspunkte drehbar an der Brücke befestigt sind; meist werden einige zu einem festen
Rahmen verbunden. Unten werden sie durch den Wasserdruck gegen einen Vorsprung der
Wehrkrone gepreßt. Sollen die Ständer aufgezogen
werden, so sind sie gegen den Strom zu bewegen; dies — gjfgggfejffiffjgjgi
ist bei Flüssen, die viel Eis führen, manchmal mit
Schwierigkeiten verbunden. Man baut daher die
Ständer so, daß ihre untere Stütze durch geeignete
Mittel ausgelöst werden kann und sie sich mit der
Strömung bewegen; dann
JVb/maler,
.¡er
450. jrlnppcnuirhr.
rief
elst erfolgt das Ausziehen JVbnnaler krfc; TJüsserstand
derStänder unter die Brücke.
Dieses geschieht mittels Win
den, die bei ungenügender
Breite der ersten Bedienungs
brücke eine zweite erfordern.
Nach vorstehenden Ge
sichtspunkten sind die Wehre
an der Seine bei Poses und
Suresnes gebaut, die beide
für ein Nadelwehr zu große
Stauhöhe haben; auch in Deutschland ist eine mustergültige Anordnung dieser Art bei
Pretzien an der Elbe ausgeführt worden; sie dient allerdings nicht der Schiffahrt, sondern
ausschließlich den Zwecken der Landeskultur.
Bei allen bis jetzt genannten Wehrkonstruktioneu wurde das Niederlegen des Stau
werkes stets damit begonnen, daß die eigentliche Stauwand Stück für Stück beseitigt wurde.
Bei einigen hatte dies von
einem umlegbaren Bedieuungs-
stege aus zu geschehen, bei an
deren war dazu eine feste Brücke p Brücke
gebaut worden. Man hat aber
auch Wehrkoustruktionen erfun- | |, j; "
den, die vom Ufer aus ohne
Überbrückung des Flusses nieder-
legbar sind. Hierher gehören
die Klappenwehre. Bei ihnen
besteht die Stauwand aus neben
einander angeordneten, etwa
1 in breiten Klappen, die an
einer quer über die Flußsohle
gehenden Achse drehbar befestigt
sind. Im aufgerichteten Zu
stande stützen sich diese mittels
beweglicherStreben gegenLager
auf der Sohle des Wehres.
Soll der Stau aufgehoben werden, so zieht mau durch eine Zahnstange die einzelnen
Streben der Reihe nach von ihren Lagern hinweg, wodurch eine Klappe nach der anderen
niederfällt. Die Bewegung der Zahnstange erfolgt vom Ufer aus durch ein Triebwerk.
Für das Wiederaufrichten nud Feststellen der Klappen, das ziemlich schwer zu bewerk
stelligen ist, hat man einen leichten umlegbaren Bedienungssteg vorgesehen. Besondere
Schwierigkeiten macht es, die Streben wieder gegen das Lager zu stützen. Man hat
deshalb einen Führuugsschuh angeordnet. — Klappenwehre dieser Art sind bei der Maas-
451. Trrnninclwrhr.