Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

526  Seehäfen.

Speicher  geht,  und  hat  dagegen  am  Ufer  an  der  Landseite  geschlossene,  an  der  Wasserseite
offene  Kaischuppen  errichtet,  in  denen  die  Ladungen  erst  ausgelesen,  nachgesehen,  gewogen
und  verzollt  werden  können,  ehe  sie  weiter  befördert  werden.  Entlang  den  Schuppen,
an  der  Wasserseite  wie  an  der  Landseite,  liegen  Geleise,  um  die  unmittelbar  von  der  Bahn
auf  das  Schiff  oder  umgekehrt  übergehenden  Waren  bequem  an-  und  abfahren  zu  können.
In  früheren  Zeiten,  als  der  Güterverkehr  in  der  Hauptsache  durch  Segelschiffe  vermittelt ­
  wurde,  fiel  bei  der  langen  Dauer  der  Fahrt  eine  etwas  längere  Liegezeit  im
Hafen  nicht  schwer  ins  Gewicht.  Das  Löschen  der  Ladung  tvurde  durch  Überladen  in
Leichter  oder  durch  Lastträger  bewirkt.  Seitdem  die  Zahl  der  Dampfer  mit  ihrem
großen  Tonnengehalt  und  dem  entsprechend  großen  Kapitalwert  immer  mehr  wächst,  ist
es  notwendig  geworden,  um  dieselben  möglichst  auszunutzen,  ihre  Liegezeit  soweit  wie
möglich  zu  verringern,  sie  also  in  kürzester  Frist  zu  ent-  und  zu  beladen,  und  dazu

512.  Aaischupprn  und  Kpeichcrblocks  am  Kandthorkai  in  Kmiidurg.
müssen  leistungsfähige  Kräne  vorhanden  sein.  Zum  Heben  besonders  schwerer  Lasten,
wie  Kanonenrohre,  Lokomotiven  u.  dergl.,  dienen  feststehende  Kräne,  die  billiger  sind
als  gleichstarke  bewegliche  Kräne;  solche  feststehende  Kräne  werden  in  kleinen  Häfen
noch  von  Hand  betrieben.  Zur  Bewältigung  eines  großen  Verkehrs  müssen  die  Kräne
fahrbar  sein,  so  daß  die  Schiffe  an  jeder  Stelle  des  Users  entladen  werden  können,  und
die  Kräne  müssen  durch  Dampf,  Druckwasser  oder  durch  den  elektrischen  Strom  betrieben
werden.  Die  durch  Dampf  betriebenen  Kräne  werden  entweder  jeder  mit  einer  eigenen
Dampfmaschine  versehen  und  betrieben,  oder  es  wird  jedem  Krane  der  Dampf  von  einer
Zentralstelle  aus,  ebenso  wie  den  hydraulisch  betriebenen  Kränen  das  Druckwasser  oder
den  elektrischen  Kränen  der  elektrische  Strom,  zugeführt.  Eine  Druckwasseranlage  besteht
darin,  daß  Wasser  durch  eine  durch  Dampf  getriebene  Druckpumpe  auf  einen  hohen  Druck,
bis  zu  50  Atmosphären,  gebracht  und  durch  Rohrleitungen  den  Arbeitsmaschinen  zugeführt
wird.  Nach  Öffnen  eines  Schiebers  oder  eines  Hahnes  an  der  betreffenden  Ärbeitsmaschine
  wirkt  das  Druckwasser  in  gleicher  Weise  wie  der  gespannte  Dampf  des  Dampfkessels ­
  auf  den  Kolben  der  betreffenden  Arbeitsmaschine  und  setzt  ihn  in  Bewegung.  Ist
            
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