Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

548  Schiffahrtszeichen.

Nähert  sich  das  Schiff  noch  mehr  dem  Lande,  so  braucht  es,  um  sich  in  dem  zwischen
Untiefen  und  Sandbänken  dahinströmenden,  durch  gesunkene  Schiffe  vielleicht  noch  mehr
gefährdeten  Fahrwasser  zurecht  zu  finden,  noch  weiterer  zuverlässiger  Wegzeiger.  Als
solche  dienen  die  sogenannten  Bojen  oder  Tonnen.  Es  sind  dies  große,  früher  aus
Holz,  jetzt  fast  ausschließlich  aus  Eisen  gebildete  schwimmende  Hohlkörper  verschiedener
Gestalt,  die  mit  schweren  Ketten  an  große  auf  den  Grund  gesenkte  Steine  gefesselt  sind,
oder  durch  eiserne  Anker  an  ihrer  Stelle  festgehalten  werden.  Diese  Bojen  werden  nach
Bedarf  in  gewissen  Abständen  entlang  dem  Fahrwasser  ausgelegt  und  bilden  gleichsam
eine  zusammenhängende  schwimmende  Postenkette,  die  den  Schiffern  über  den  richtigen
Weg  Auskunft  gibt.  Trotz  aller  Vorsicht  beim  Festlegen  können  solche  Tonnen  bei
Sturm  und  Eisgang  doch  mit  gebrochener  Ankerkette  ins  Treiben  kommen  und  dadurch

533-  Kohr  Mrllumbolie.

dem  Schiffer  zum  trügerischen  Führer  werden,  der  ihn  ins  Verderben  lockt.  Im  Anfang
des  Frühjahrs  und  nach  starken  Stürmen  muß  deshalb  stets  eine  solche  Postenkette  geprüft
werden,  ob  kein  Ausreißer  seinen  Posten  verlassen  hat.
Bis  jetzt  hat  noch  jedes  Land  seine  eigene  Art  für  die  Bezeichnung  des  Fahrwassers
durch  Bojen  und  Tonnen,  und  bis  1889  war  sogar  für  die  deutschen  Küsten  eine
einheitliche  Betonnung  zu  vermissen,  so  daß  ein  Schiffer,  der  zum  erstenmal  einem
deutschen  Hafen  zusteuerte  und  nicht  ganz  genaue,  die  Gestalt  und  Bezeichnung  aller
Tonnen  enthaltende  Karten  im  Besitze  hatte,  sich  an  den  deutschen  Küsten  nicht  leicht
zurecht  finden  konnte.  Dem  Fürsten  Bismarck  ist  die  jetzt  bestehende  einheitliche  Betonnung ­
  der  deutschen  Küsten  zu  verdanken;  im  Jahre  1886  hatte  er  Vertreter  der
deutschen  Küstenstaaten  nach  Berlin  zusammenberufen  zur  Aufstellung  von  Grundsätzen  für
die  Betonnung,  und  nach  ihren  Vorschlägen  ist  die  Bezeichnung  der  Fahrwasser  und  der
Untiefen  in  den  deutschen  Küstengewäsiern  vom  Bundesrat  seit  1.  April  1889  einheitlich
geregelt  worden.  Danach  ist  der  Eingang  eines  Fahrwassers  durch  Bakentonnen  von
charakteristischer  Form  bezeichnet,  und  zwar  in  solcher  Entfernung  von  den  nächsten  Fahr-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.