Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Baken  und  Bojen.

Wassertonnen,  daß  diese  von  den  Bakentonnen  ans  gut  gesehen  werden  können.  Zur  Bezeichnung ­
  des  Fahrwassers  werden  auf  der  Steuerbordseite,  d.  h.  auf  derjenigen  Seite,
welche  den  ans  See  kommenden  Schiffern  an  Steuerbord  (d.  h.  rechtst  liegt,  Spierentonnen
und  auf  der  Backbordseite  (links)  spitze  Tonnen  verwendet.  Als  Mittelfahrwassertonnen
werden  Kugeltonnen  ausgelegt.  Einzelne  Punkte,  wie
z.  B.  im  Fahrwasser  liegende  Riffe,  oder  die  Spitzen  der
in  dasselbe  vortretenden  Untiefen  werden  durch  Bakentonnen ­
  bezeichnet.  Sämtliche  Seezeichen  auf  der  Steuerbordseite ­
  sind  durch  roten,  die  auf  der  Backbordseite
durch  schwarzen  Anstrich  kenntlich  gemacht.  Fahrwasserseezeichen, ­
  die  von  Schiffen  zu  beiden  Seiten  passiert
werden  können,  wie  die  Mittelwassertonnen,  erhalten
einen  rot  und  schwarz  gestreiften  Anstrich.  Gesunkene,
von  Wasser  bedeckte  Schiffe  werden  durch  stumpfe,  spitze
oder  Faßtonnen,  welche  grün  angestrichen  sind  und  in
weißer  Farbe  die  Aufschrift  „Wrack"  tragen,  kenntlich
gemacht.  Zur  Unterscheidung  von  Seezeichen  derselben
Art  dienen  Topzeichen  und  aufgemalte  Aufschriften
oder  Figuren.
Solche  Tonnen  wurden  schon  seit  Jahrhunderten  >'  !  /
ausgelegt.  Auf  der  ältesten  bekannten  von  Melchior  ;  -  /
Lorich  im  Jahre  1568  gezeichneten  Elbkarte  ist  bereits  :  i  /
eine  große  Zahl  von  Tonnen  und  Baken  zusehen.  Als  :
weiteres  Beispiel  sei  die  8'/ 2  km*)  nordwärts  der  Insel  <  ;;
Wangeroog  liegende,  die  Einfahrt  der  Weser  bezeichnende  ..¿.  jj
„Schlüsseltrue"  genannt,  welche  als  Topzeichen  das  534.  K„fts-wnr,«to»»ln  der  Wrstr.
Bremer  Stadtwappen,  den  Schlüssel  trägt  und  davon
seit  dem  Jahre  1664  ihren  Namen  führt.  In  ihrer  jetzigen  Gestalt  ist  diese  Tonne
aus  starkem  Eichenholz  mit  einem  2  m  hohen  Aufbau  aus  Eisen  gebaut  und  in  zwei
wasserdichte  Abteilungen  geteilt,  damit  sie  bei  etwaiger  Beschädigung  doch  noch  schwimmfähig ­
  bleibt.  Im  ganzen  6  in  hoch,  ragt  sie  mit  ihrer  Spitze  noch  5  m  über  Wasser
und  ist  etwa  7  ‘/ 2  km  weit  sichtbar.
Um  auch  bei  Nacht  und  Nebel  dem  Schiffer  einzelne ­
  gefährliche  Stellen  oder  die  Einfahrt  in  eine
Hauptmündung  kenntlich  zu  machen,  hat  man  schon  in
früherer  Zeit  tönende  Seezeichen  angewendet;  es  lag
ja  ziemlich  nahe,  die  Bewegung  der  Wellen  zu  benützen,
um  eine  Glocke  in  Bewegung  zu  setzen.  So  soll  der
Abt  von  Aberbrothwick  an  dem  mitten  im  Fahrwasser
zum  Firth  of  Forth  und  Firth  of  Tay  liegenden  Bell
Rock  (Glockenfelsen),  der  bei  jeder  Springflut  mehrere
Meter  vom  Wasser  bedeckt  wird,  daher  besonders  gefahrvoll ­
  war  und  viele  Menschenleben  forderte,  ein  Floß
wit  einer  Glocke,  die  von  den  Wellen  in  Schwung
gesetzt  wurde,  ausgelegt  haben,  um  die  Schiffer  vor  der
Annäherung  an  die  gefährlichen  Klippen  zu  warnen.
Der  Felsen,  auf  dem  am  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts ­
  ein  Leuchtturm  erbaut  wurde,  soll  hiervon
seinen  Namen  haben.  Bei  den  früheren  Glockenbojen  wurden  Glocken  gewöhnlicher  Art  mit
einem  Klöppel  verwendet;  bei  den  neueren  Glockenbojen  werden  3  bis  4  Klöppel  außerhalb ­
  der  Glocken  aufgehängt,  welche  bei  den  durch  die  Wellenbewegung  hervorgerufenen
.  *)  Nach  seemännischem  Gebrauch  werden  alle  die  Nautik  betreffenden  Maßangaben  in  SeemeilxT,
  (1  Seemeile  —  1852  in)  gemacht;  der  leichteren  Vorstellung  wegen  sind  im  folgenden
alle  Entfernungen  in  Kilometern  angegeben.

53b.  Eiserne  Gtockenboie.
            
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