Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Glockenbojen.  Gasbojen.  Leuchttürme.

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Berlin  erfundenen  Gasbojen.  Im  Jahre  1877  zuerst  zur  Beleuchtung  des  Petersbnrg-Kronstadter
  Fahrwassers  erprobt,  sind  sie  jetzt  zu  Hunderten  ausgelegt,  unter  anderen
haben  sie  auch  zur  Beleuchtung  der  Einfahrten  zum  Suez-Kanal  und  in  neuerer  Zeit  am
Kaiser  Wilhelm-Kanal  Verwendung  gefunden,  zur  Kenntlichmachung  des  Fahrwassers  im
Meckelsee,  >vo  die  Aufstellung  der  elektrischen  Lampen  nicht  möglich  war.  Die  Gasbojen ­
  werden  mit  Fettgas  gespeist,  das  neben  der  dreifachen  Leuchtkraft  des  gewöhnlichen
Gases  noch  den  Vorteil  billiger  Herstellungskosten  hat,  da  es  aus  minderwertigen
Fettstoffen  aller  Art  gewonnen  wird.  Da  es  nicht  möglich  ist,  die  entferntliegenden
Bojen  täglich  mit  dem  Boot  zu  erreichen,  um  sie  abends  anzuzünden  und  morgens  zu
löschen,  und  auch  ein  Anzünden  der  Lampen  durch  den  elektrischen  Strom  sich  verbietet,
weil  das  zur  Leitung  des  Stromes  dienende  Kabel  durch  die  in  fortwährender  Bewegung
befindlichen  Bojen  hin-  und  hergeschleudert ­
  undbaldzerstörtwürde,
so  brennen  diese  Bojen  Tag  und
Nacht  fort.  Die  großen  eisernen
Bojen,  welche  eine  mit  einem
FresnelschenLinsengürtel  versehene
Laterne  tragen,  dienen  als  Gasbehälter ­
  und  werden  bei  ruhiger
See  von  einem  Schiff  aus,  das
eiserne  Behälter  mit  dem  bis  auf
zehn  Atmosphären  verdichteten  Gas
an  Bord  hat,  mittels  eines  Schlauches ­
  gefüllt;  der  Druck  des  Gases
in  den  Bojen  beträgt  noch  etwa
sechs  Atmosphären.  Die  am  Kaiser
Wilhelm-Kanal  ausgelegten  Bojen
haben  einen  Inhalt  von  8,2  cbm
und  sind,  mit  Fettgas  von  sechs
Atmosphären  Druck  gefüllt,  mit
einem  Brennstoffvorrat  für  zwei
Monate  bei  ununterbrochener
Brennzeit  versehen.  Die  Kosten
einer  solchen  Gasboje  betragen
6000  Mark.
Damit  der  Schiffer  auch  bei
Nacht  die  Küste,  der  er  sich  nähert,
und  das  Fahrwasser  genügend  erkennen ­
  kann,  dazu  dienen  die  bS8.  Leuchtturm  auf  zieuwrrk.
Leuchttürme;  sie  sind  die  wichkigsten
  Seezeichen.  Schon  im  grauen  Altertum  wurden  Leuchtfeuer  zum  Schutze  der  Schiffer
angezündet;  wir  finden  sie  schon  bei  Homer  (10.  Jahrhundert  v.  Chr.)  in  der  Odyssee  (X,  30)
erwähnt.  Von  den  Leuchttürmen  des  Altertums  ist  keiner  auf  unsere  Zeit  gekommen;
nach  den  Abbildungen  auf  Münzen  und  Bildwerken  und  den  Beschreibungen  der  Schriftsteller ­
  können  wir  uns  aber  eine  Vorstellung  von  diesen  Banwerken  machen.  Daß  der
berühmte  Koloß  von  Rhodos,  jene  34  m  hohe  eherne  Bildsäule  des  Sonnengottes,  welche,
ein  Werk  des  Bildhauers  Chares  aus  Lindos,  um  290  oder  280  v.  Chr.  Geburt  aufgestellt
wurde  und  wenige  Jahre  darauf  im  Jahre  223  einem  Erdbeben  zum  Opfer  fiel,  als
Leuchtwarte  diente,  ist  unwahrscheinlich;  über  die  Gestalt  und  den  Ort  der  Aufstellung
ist  uns  nichts  Näheres  überliefert;  daß  der  Koloß  mit  gespreizten  Beinen  über  der  Hafeneinfahrt ­
  stand,  eine  Fackel  in  der  Hand,  ist  eine  Fabel.  Hätten  wir  im  Koloß  von  Rhodos
eine  Leuchtwarte  zu  sehen,  so  bildete  ein  würdiges  Seiteustück  zu  demselben  das  bekannte,
im  Jahre  1886  auf  Liberty  Island  vor  dem  Hafen  von  New  Aork  errichtete  46  m  hohe
Standbild  der  Freiheit,  deren  Fackel  und  Stirnband  allnächtlich  im  Glanze  elektrischen
            
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