Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

570 Schiffahrtszeichen. Die Taucherkunst. 
wurde im Jahre 1875 der erste deutsche Zeitball in Betrieb gesetzt. Weitere Zeitbälle 
wurden in Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Swinemünde und Neufahrwasser 
errichtet. Der Ball besteht aus einem mit Segeltuch überzogenen Gestell aus Eisen 
von ungefähr 1,5 m Durchmesser und wird kurz vor dem Zeitpunkt, zu dem er fallen 
soll, hochgezogen, um die Beobachtung auf das bevorstehende Fallen aufmerksam zu 
machen. Die Auslösung für den Fall geschieht selbstthätig auf elektrischem Wege durch 
eine mit größter Genauigkeit gehende Uhr. Ist der Ball nicht genau zum richtigen Zeit 
punkt gefallen, oder unterbleibt das Fallen überhaupt, so wird dies den Schiffern durch 
556. Masserstandreiger bei Arnnshauserr. 
einen kleinen roten Ball angezeigt, der im ersten Fall bis zur vollen, im zweiten Fall 
bis zur halben Höhe des schwarzen Balles aufgezogen wird. Die durch das Fallen des 
rund 80 Kg schweren Balles verursachten Stöße werden durch Gummipolster, Luftpuffer 
und Spiralfedern für den Turm unschädlich gemacht. 
Zum Schluß dürfte der Wasserstandszeiger, wie ein solcher in Abb. 556 ver 
anschaulicht ist, Erwähnung zu thun sein. Der Wasserstandszeiger bei Brunshausen zeigt 
bei Tage mittels acht Telegraphenarmen, nachts mittels acht Lichtern den jeweiligen 
Wasserstaud auf reichlich einen Kilometer Sichtweite an, so daß die Schiffsführer er 
kennen können, ob sie ihre Fahrt fortsetzen können oder einen geeigneten Wasserstand ab 
warten müssen.
	        
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