58 Hl Umsturz b. Ordnung durch die Soc.-Demokratie.
Die naturgemäße Folgerung aus solch hirnverbrannten
Sätzen zieht ein Leitartikel des „N. Soc.-Demokrat", worin
es heißt (1874, 81):
„Dr. Monfang sagt, die sociale Frage sei mehr eine
„Herzens- und Seelcnfrage, als eine Magenfrage, was die
„Rothen nun entschieden bestreiten, da sie wissen, daß der
„Gesammtzustand, auch der sogenannte seelische Zustand des
„Menschen, wesentlich durch den Magen und die Befriedi-
„gung der äußeren Bedürfnisse des Menschen bedingt ist;
„leidet der Magen durch geringe und schlechte Zufuhr, so
„leidet das Gehirn, so leidet die Seele, mit einem Wort, es
„leidet der ganze Mensch.
„Gebe man dem Menschen hinreichende Mittel, seine
„Bedürfnisse befriedigen zu können, dann kann man ihm auch
„mit Erfolg das Samenkorn der Bildung, der Menschen-
„ liebe, der Nächstenliebe, also des wahren Ehristenthnms,
„einsenken."
Diese Stelle gibt uns genügenden Aufschluß, wie die
Social -Deuiokratie es meint, wenn sie mit großer Vorliebe
nach dem Vorbild Lassalle's die sociale Frage eine „Magen-
frage" nennt. Sie denkt dabei weniger an einzelne materielle
Nothstände, deren Beseitigung anzustreben ist, als vielmehr
an das grob materialistische Grundgesetz: „Was der Mensch
ißt, das ist er." Nach ihr sind Bildung und Liebe von
dem Maß der Befriedigung des menschlichen Magens ab
hängig, und sie trachtet daruin solche Zustände herbeizuführen,
in denen durch eine gleiche Magen-Zufuhr auch die gleich-
nläßige Entwickelung der einzelnen Menschen, ein gleiches
Maß von Bildung und Liebe erzeugt wird. Nur bei diesen
Voraussetzungen wird es erklärlich, warum die Social-De-
mokratcn für die Forderung: „Wir müssen besiere Menschen
werden, wenn bessere Zeiten komnien sollen," absolut lein