Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

702 Schiffbau: Schiffsmaschinen. 
an die Enden der Maschine und' den Mitteldruck- und Hochdruckcylindcr dazwischen. Bei 
der vierfachen Expansionsmaschine ist die Gliederung der einzelnen Cylinder eine weit 
vielseitigere; man kann dieselben als Tandemmaschine, je zwei Cylinder übereinander, 
mit zwei um 90° gegeneinander versetzten Kurbeln herstellen, ferner als Dreikurbel 
maschine mit dem Hochdruckcylinder auf einem der anderen Cylinder oder als Vier 
kurbelmaschine, bei welcher für je einen Cylinder eine Kurbel vorgesehen ist. 
Die Räderschiffsmaschinen gliedern sich in oscillierende, schrägliegende und 
Balanciermaschinen. Bei den oscillierenden Maschinen fehlt die Pleuelstange, und die 
Kolbenstange greift direkt an die Kurbelachse an. Die Cylinder schwingen um hohle Schild 
zapfen, durch welche die Dampfeinströmung und die Dampfausströmung erfolgt. Man 
führt die oscillierenden Maschinen meist als Compoundmaschinen aus. Man verwendet 
sie vorzugsweise auf Passagierdampfern, da sie am wenigsten Raum beanspruchen. Für 
Schlepper und auf Flußdampfern mit geringem Tiefgang ist die schrägliegende Rad 
maschine gebräuchlich als Compound- und dreifache Expansionsmaschine konstruiert. Die 
724. KchrÄgliegriidr C»mpound-Uüderschiffv»iacchinc. Nach „Engineering". 
Cylinder liegen geneigt am Schiffsboden, und die Kolbenstangen wirken mittels doppelt 
gelagerter Kreuzköpfe und verhältnismäßig langer Pleuelstangen auf die oben gelagerte 
Kurbelwelle. Die Balanciermaschinen mit über dem Oberdeck liegendem Balancier haben 
sich noch heutigestags auf den amerikanischen Fluß- und Küstenraddampfern erhalten. 
Die Reaktionsmaschiuen haben nur eine vorübergehende Bedeutung gewonnen. Bei den 
selben wird Wasser durch im Inneren des Schiffes liegende Pumpen bezw. Turbinen an 
gesaugt und mit gesteigerter Geschwindigkeit durch zwei an den Schiffsseiten oberhalb 
der Wasserlinie mündende Ausstoßrohre ausgeworfen. Beim Vorwärtsgang sind die 
Ausflußöffnungen nach hinten, beim Rückwärtsgang nach vorn gerichtet. Die mit diesen 
Maschinen erzeugte Wirkung ist nur eine geringe, da beim Eintreten des Wassers in die 
Rohrleitung, durch die Reibung desselben an den Rohrwandungen sowie das Mitschleppen 
des im Schiff befindlichen Wassers erhebliche Kraftverluste entstehen. In neuester Zeit 
ist von Zeuner ein Turbiuenpropeller mit Kontraktor entworfen, welcher die obigen 
Mängel teilweise beseitigt und für kleine Flußschiffe günstige Resultate ergeben hat. 
Die Cylinder der Schiffsmaschiuen werden aus Gußeisen hergestellt und sind in 
der Regel, um die Abnutzung derselben durch den Kolben zu verhüten, mit Einsatzcylindern 
aus Stahl für den Hochdruckcylinder und aus härterem Gußeisen für den Mittel- und 
Niederdruckcyliuder versehen. Sie werden mit der Cylinderwandung derartig befestigt
	        
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