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Die Welttelegraphie.
kann. Die Verbindung der Teilnehmerleitungen mit den Schleifleitungen wird durch die
Jnduktionsrollen a a bewirkt. Diese Methode der Herstellung induktionsfreier Leitungen
hat sich in verschiedenen Ländern Eingang verschafft. Ein weiterer Vorteil ist mit derselben
insofern verbunden, als sie die Anbringung von Fernsprechleitungen auch an gewöhnlichen
Telegraphengestängen gestattet, ohne daß das Sprechen durch die Induktion von Morse
strömen u. s. w. gestört wird. Eine andere Methode, die besonders in England bevorzugt
wird, besteht darin, daß die Schleifleitungen in Schraubengängen an dem Gestänge an
gebracht werden. Seit einigen Jahren wendet man in Deutschland ein sehr einfaches
Mittel zur Beseitigung des sogenannten Mitsprechens an, das sich vortrefflich be
währt hat. Man bringt die beiden Zweige der Schleife thunlichst nahe aneinander und
befestigt die Schleifen am Gestänge in Entfernungen von etwa 50 am.
Eine Methode, die Telegraphenleitungen selbst zum Fernsprechen zu verwenden, ist
von van Rysselberghe angegeben worden. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß langsam
anschwellende Batterieströme im Fernsprecher keine lauterzeugende Wirkung hervorbringen,
sich also für das Ohr nicht bemerkbar machen, so hat van Rysselberghe durch Einschaltung
von Jnduktionsrollen und Kondensatoren das plötzliche Anschwellen der Batterieströme
verhindert. Es wird hierbei die Erscheinung nutzbar gemacht, daß in einer mit einem
Batteriepole in Verbindung gesetzten Drahtleitung zunächst ein entgegengesetzt gerichteter
sogenannter Extrastrom entsteht, welcher das plötzliche Anwachsen des Batteriestromes ver
hindert, und daß bei Öffnung ein dem Batteriestrom gleichgerichteter Extrastrom den
Batteriestrom nicht sofort auf den Wert Null herabsinken läßt. Diese Wirkungen werden
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835. Induktionsfreie Fernfprrchleitung.
erheblich verstärkt, wenn in die Leitung eine Drahtrolle eingeschaltet wird, welche innen
und außen mit starken Eisenmassen versehen ist. Ähnlich verhält es sich mit der Ein
schaltung von Kondensatoren in eine Leitung. Beim Schluß der Batterie ladet sich derselbe,
was einer Schwächung des Stromes bei seinem Entstehen gleichkommt, und beim Ver
schwinden des Batteriestromes muß sich der Kondensator erst entladen, was einer Ver
längerung der Stromesdauer entspricht. So einfach dieses System im Prinzip erscheint,
seine praktische Anwendung ist doch mit Schwierigkeiten und Kosten verbunden, da sämtliche
an einem Gestänge befindliche Leitungen mit diesen Apparaten ausgerüstet werden müssen.
Dazu kommt, daß immer nur eine Sprechleitung gewonnen wird, weil die betreffenden
Apparate zwar die Wirkung der Batterieströme, nicht aber diejenige der Fernsprechströme
abzuschwächen oder zu beseitigen vermögen.
Gleichwohl sind mit dem Rysselberghescheu System umfassende Versuche angestellt
worden. In Belgien, dem Vaterlande van Rysselberghes, sind die Telegraphendrähte
zwischen Brüssel-Antwerpen, Brüssel-Gent, Brüssel-Löwen, Brüssel-Lüttich, Brüssel-
Charleroi u. s. w. zu Fernsprechverbindungen hergerichtet; in Österreich, Frankreich und
Deutschland haben die Versuche keine günstigen Ergebnisse geliefert. Die Einrichtungen
sind daher wieder beseitigt worden. Dagegen ist es seit einiger Zeit gelungen, Fern-
sprechschleifleitungeu sowohl zum gleichzeitigen Telegraphieren, als auch zum Doppel
sprechen vorzurichten. Während man für das Sprechen und Telegraphieren mit einer
Doppelleitung auskommt, bedarf man für das Doppelsprechen zwei Doppelleitungen.
Durch Einschaltung von Drahtrollen, welche so eingerichtet sind, daß sie dem Durchgang
der Sprechströme sehr großen Widerstand entgegensetzen, ist es thunlich, sowohl die
Sprechströme als auch die Telcgraphierströme zu zwingen, die für sie bestimmten Wege
zu durchlaufen. Diese Einrichtungen sind von großer Wichtigkeit, da sie ohne nennens
werte Kosten eine höhere Ausnutzung der teuren Fernsprechleitungen gestatten. Als