Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

893 
Dichte und Bewegung der Bevölkerung. 
die Volkswirtschaft wird entscheidend für das weitere Wachstum der Bevölkerung, während 
der Reichtum an Erzeugnissen des Ackerbaues an Bedeutung dafür verliert. Ja es zeigt 
sich oft, daß auf dieser Stufe der Entwickelung Länder mit rauhem Klima und kargem 
Boden, deren Bevölkerung schon frühzeitig zur Fristung des Lebens auf Gewerbe und 
Handel hingewiesen war, sogar einen Vorsprung vor den gesegneten Agrargegenden mit 
mildem Klima erlangen. 
Klar zeigt sich dieser Einfluß der wirtschaftlichen Entwickelung in der Bevölkerungs 
dichtigkeit der europäischen Länder. Obenan steht in dieser Beziehung Belgien, eines 
der ältesten Industrie- und Handelsländer des Festlandes, mit 224 Einwohnern auf den 
Geviertkilometer. Ihm folgen die Niederlande mit 152, England mit >27, Italien 
mit 109, das Deutsche Reich mit 97, Österreich-Ungarn mit 79, Frankreich mit 72 Ein 
wohnern auf den Geviertkilometer. Im Gegensatze dazu zählt das wirtschaftlich zurück 
gebliebene Spanien bloß deren 35, Rußland sogar nur 20. 
Noch einleuchtender wird die Wirksamkeit dieser Faktoren, wenn man nicht die 
Dichte, sondern Wachstum und Abnahme der Bevölkerung während eines 
längeren Zeitraumes ins Auge faßt. Die nachfolgende Tabelle gibt für die euro 
päischen Staaten eine Übersicht über die Entwickelung der Bevölkerung während des 
19. Jahrhunderts. 
Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert. 
Länder 
Stand der Bevölkerung zu Ende des Jahres 
Bevöl- 
kerungsziffer 
von 1895 
in o/o jener 
von 1800 
1800 
1830 
1860 
1890 
1895 
Frankreich 
26 900 
31 900 
35 741 
38 340 
38 500 
143,1 
Spanien 
11 500 
13 300 
15 675 
17 800 
18 220 
158,4 
Portugal 
2 920 
3 200 
3 665 
5 050 
5 445 
186,4 
Italien . . 
18 125 
20 850 
25 100 
30 000 
31 103 
171,6 
romanische Länder 
59 445 
69 250 
80 181 
91 190 
93 268 
156,8 
Schweiz 
1 750 
2 100 
2 508 
2 953 
3 010 
172 
Deutschland 
24 500 
29 544 
87 779 
49 475 
52 298 
213,4 
Österreich ohne Galizien . . . 
9 600 
11 500 
13 767 
16 650 
17 374 
180,9 
Belgien 
3 000 
3 760 
4 665 
6 069 
6 411 
213,7 
Niederlande 
2 150 
2 640 
3 325 
4 565 
4 859 
226 
England mit Wales . . 
9 250 
14 100 
20 150 
29 075 
30 725 
332,1 
Schottland 
1 675 
2 400 
3 090 
4 060 
4180 
249,7 
Irland 
5 500 
7 716 
5 802 
4 700 
4 568 
83,05 
Skandinavien, Island, \ 
Dänemark, Finnland / 
5 248 
6 655 
8 910 
11436 
11 786 
224,5 
vorwiegend germanische Länder 
62 673 
80 415 
99 996 
128 983 
135 211 
215,7 
Westeuropa 
122 463 
150 102 
180 697 
220 771 
229 100 
187,7 
Rußland 
38 000 
51600 
66 200 
98 500 
101 249 
266,4 
Galizien und Bukowina . . . 
3 700 
4 800 
5 423 
7 260 
7 576 
204,7 
Ungarn 
10 000 
12 200 
14 400 
17 475 
18 345 
183,4 
Balkanländer 
13 200 
15 260 
17 400 
21 262 
22 094 
167,3 
Osteuropa 
64 900 
83 860 
103 423 
144 497 
149 264 
229,9 
Europa 
187 363 
233 962 
284 120 
365 268 
378 364 
201,9 
Im Anschlüsse daran sei im folgenden für mehrere europäische und außereuropäische 
Staaten der durchschnittliche jährliche Bevölkerungszuwachs auf Grund der letzten Volks 
zählungsergebnisse, vom 100 der mittleren Bevölkerung gerechnet, nach den Angaben 
G. v. Mayrs mitgeteilt:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.