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Dichte und Bewegung der Bevölkerung.
die Volkswirtschaft wird entscheidend für das weitere Wachstum der Bevölkerung, während
der Reichtum an Erzeugnissen des Ackerbaues an Bedeutung dafür verliert. Ja es zeigt
sich oft, daß auf dieser Stufe der Entwickelung Länder mit rauhem Klima und kargem
Boden, deren Bevölkerung schon frühzeitig zur Fristung des Lebens auf Gewerbe und
Handel hingewiesen war, sogar einen Vorsprung vor den gesegneten Agrargegenden mit
mildem Klima erlangen.
Klar zeigt sich dieser Einfluß der wirtschaftlichen Entwickelung in der Bevölkerungs
dichtigkeit der europäischen Länder. Obenan steht in dieser Beziehung Belgien, eines
der ältesten Industrie- und Handelsländer des Festlandes, mit 224 Einwohnern auf den
Geviertkilometer. Ihm folgen die Niederlande mit 152, England mit >27, Italien
mit 109, das Deutsche Reich mit 97, Österreich-Ungarn mit 79, Frankreich mit 72 Ein
wohnern auf den Geviertkilometer. Im Gegensatze dazu zählt das wirtschaftlich zurück
gebliebene Spanien bloß deren 35, Rußland sogar nur 20.
Noch einleuchtender wird die Wirksamkeit dieser Faktoren, wenn man nicht die
Dichte, sondern Wachstum und Abnahme der Bevölkerung während eines
längeren Zeitraumes ins Auge faßt. Die nachfolgende Tabelle gibt für die euro
päischen Staaten eine Übersicht über die Entwickelung der Bevölkerung während des
19. Jahrhunderts.
Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert.
Länder
Stand der Bevölkerung zu Ende des Jahres
Bevöl-
kerungsziffer
von 1895
in o/o jener
von 1800
1800
1830
1860
1890
1895
Frankreich
26 900
31 900
35 741
38 340
38 500
143,1
Spanien
11 500
13 300
15 675
17 800
18 220
158,4
Portugal
2 920
3 200
3 665
5 050
5 445
186,4
Italien . .
18 125
20 850
25 100
30 000
31 103
171,6
romanische Länder
59 445
69 250
80 181
91 190
93 268
156,8
Schweiz
1 750
2 100
2 508
2 953
3 010
172
Deutschland
24 500
29 544
87 779
49 475
52 298
213,4
Österreich ohne Galizien . . .
9 600
11 500
13 767
16 650
17 374
180,9
Belgien
3 000
3 760
4 665
6 069
6 411
213,7
Niederlande
2 150
2 640
3 325
4 565
4 859
226
England mit Wales . .
9 250
14 100
20 150
29 075
30 725
332,1
Schottland
1 675
2 400
3 090
4 060
4180
249,7
Irland
5 500
7 716
5 802
4 700
4 568
83,05
Skandinavien, Island, \
Dänemark, Finnland /
5 248
6 655
8 910
11436
11 786
224,5
vorwiegend germanische Länder
62 673
80 415
99 996
128 983
135 211
215,7
Westeuropa
122 463
150 102
180 697
220 771
229 100
187,7
Rußland
38 000
51600
66 200
98 500
101 249
266,4
Galizien und Bukowina . . .
3 700
4 800
5 423
7 260
7 576
204,7
Ungarn
10 000
12 200
14 400
17 475
18 345
183,4
Balkanländer
13 200
15 260
17 400
21 262
22 094
167,3
Osteuropa
64 900
83 860
103 423
144 497
149 264
229,9
Europa
187 363
233 962
284 120
365 268
378 364
201,9
Im Anschlüsse daran sei im folgenden für mehrere europäische und außereuropäische
Staaten der durchschnittliche jährliche Bevölkerungszuwachs auf Grund der letzten Volks
zählungsergebnisse, vom 100 der mittleren Bevölkerung gerechnet, nach den Angaben
G. v. Mayrs mitgeteilt: