Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die Weltwirtschaft. 
Länder 
Zeiträume 
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Länder 
Zeiträume 
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Frankreich 
1886—1891 
0,07 
Ungarn 
1,04 
Spanien 
1877—1887 
0,54 
Rußland 
1871—1880 
1,41 
Schweiz 
1880—1888 
0,38 
Vereinigte Staaten . . 
1880—1890 
2,21 
Deutsches Reich . . . 
1885—1890 
1,07 
darunter: 
darunter: Preußen . . 
„ 
1,12 
Nordatlantische Staaten 
„ 
1,81 
Sachsen . . 
„ 
1,92 
Südatlantische Staaten. 
„ 
1,53 
Bayern . . 
„ 
0,64 
Nördliche Centralstaaten 
„ 
2,52 
Württemberg. 
„ 
0,41 
Südliche Centralstaaten 
„ 
2,06 
Österreich 
1880—1890 
0,76 
Westliche Staaten . . 
„ 
5,25 
Belgien ...... 
1880—1890 
0,95 
Kanada 
„ 
1,11 
Niederlande 
1879—1889 
1,17 
Britisch Indien . . . 
1881—1891 
0,93 
Großbritannien und Ir- 
Viktoria 
„ 
2,78 
land 
1881—1891 
0,78 
Neusüdwales .... 
„ 
3,97 
darunter: England und 
Queensland 
4,01 
Wales . . . 
„ 
1,10 
Südaustralien .... 
„ 
1,35 
Schottland 
„ 
0,75 
Westaustralien .... 
„ 
5,06 
Irland. . . 
„ 
— 0,95 
Wie aus diesen Übersichten hervorgeht, leben wir in Europa in einer Periode 
raschen Wachstums der Bevölkerung, wie sie in der Geschichte ohne Beispiel dasteht. 
Von 1800 aus 1895 hat sich die Bevölkerung Europas mehr als verdoppelt; sie ist in 
diesem Zeitraum von 187,3 auf 378,3 Millionen gestiegen, während sie für das Zeit 
alter Luthers noch auf bloß 60 — 70 Millionen geschätzt wurde. 
Im allgemeinen war die Zunahme in Osteuropa stärker als im Westen. Namentlich 
in Rußland hat die dünne Bevölkerung weiter Landstriche ein rasches Wachstum der 
Volkszahl begünstigt. Trotzdem wird Rußland von dem dicht bevölkerten industriellen 
England an Raschheit der Volkszunahme noch weit übertroffen. Die unvergleichliche 
Weltstellung, die Englands Industrie und Handel einnimmt, setzte es in stand, eine Be 
völkerung zu ernähren, die dreimal so groß ist als die, die es mit dem Ertrag seiner 
heimischen Äcker erhalten könnte. Einen treffenden Beleg für den großen Einfluß der wirt 
schaftlichen Verhältnisse auf die Volksvermehrung und einen scharfen Gegensatz zu England 
bildet Irland, wo die herrschenden Engländer keine Industrie aufkommen ließen und 
gleichzeitig agrarische Mißstände der Bevölkerung auch den landwirtschaftlichen Erwerb 
schmälern. Infolgedessen trat eine Verminderung der Bevölkerung von 7,7 Millionen 
im Jahr 1830 auf 4,s Millionen im Jahr 1895 ein, was in den letzten Jahren einer 
Abnahme von nahezu 1% entsprach. 
Aber auch die übrigen germanischen oder vorwiegend germanischen 
Länder Westeuropas zeigen eine Volksvermehrung, die nur wenig hinter der russischen 
zurückbleibt. Im Deutschen Reiche, wo die Bevölkerung im Anfange des 18. Jahr 
hunderts noch 14—15 Millionen betragen haben dürfte, war sie im Jahre 1800 bereits 
auf 24,5, im Jahre 1895 auf 52,9 Millionen gestiegen. Die jährliche Bevölkerungs 
zunahme beträgt mehr als 1 °/ 0 , so daß, wenn das gleiche Wachstum anhält, das deutsche 
Volk zu Ende des 20. Jahrhunderts 150—200 Millionen ausmachen dürfte. Inter 
essant ist die Verschiedenheit der Volksvermehrung in den einzelnen Gebieten. Auch 
hier tritt die Überlegenheit der industriellen Länder hervor; das industrielle Preußen 
und Sachsen übertrifft an Raschheit der Zunahme weitaus das mehr agrarische Süd 
deutschland. 
Die geringste Zunahme haben im allgemeinen die romanischen Länder zu 
verzeichnen. In Frankreich, dessen Bevölkerung bis 1860 ungefähr gleich rasch wuchs 
wie die Deutschlands, ist seither eine empfindliche Verlangsamung der Zunahme ein 
getreten, die fast zum Stillstand geworden ist. Von 35,7 Millionen im Jahre 1860 ist
	        
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