Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Volkseinkommen  und  Volkswohlstand.  955
zeitig  in  den  höchsten  Einkommensstufen  keine  erhebliche  Verschiebung  eingetreten  ist  —
die  Zahl  der  Einkommen  über  500  000  Mark  betrug  in  den  beiden  Jahren  103  —
so  läßt  sich  auch  diese  Erscheinung  nur  durch  das  verhältnismäßig  stärkere  Wachstum
der  mittleren  Einkommen  erklären.  Man  kann  diese  Entwickelung  als  eine  ziemlich
günstige  bezeichnen.
Zählt  man  den  Einkommensträgern  die  von  ihnen  erhaltenen  Angehörigen  zu,  so
ergibt  sich  für  1896  folgende  Verteilung  der  preußischen  Bevölkerung  auf  die
verschiedenen  Einkommensstufen:

Es  leben  von  einem
Einkommen  von

in  den  Städten

auf  dem  Lande

Zusammen

unter  000  Mk
900—  3000  „  .  .  .  .

7800162  =
3847086  =

62,65  %
30,9  %

14043898  =  76,48%
4021913  =  21,90%

7868999  =

25,54%

3000—  6000  „  .  .  .  .

519063  =

4,17%

224589=  1,22%
39609=  0,22%

743652  =

2,41%

6000—  9500  „  .  .  .  .

146344  =

1,18%

185953  =

0,60%

9500—  30500  „  ....

113  813  =

0,91%

26007=  0,14%

139820  =

0,45%

30500—100000

20773  =

0,17%

5093  =  0,03%

25  866  =

0,08%

über  100000  „  ....

3272  =

0,03%
no/  \

961=  0,01%

4233  =

0,01%

Gesamtbevölkcrung  12450513(100%)  18362070(100%)  30812583(100%)

Im  Besitze  eines  ergänznngssteuerpflichtigen  Vermögens,  d.  i.  eines  Vermögens ­
  von  mehr  als  6000  Mark,  soweit  es  nicht  kraft  besonderer  Bestimmungen  wegen
zu  geringen  Einkommens  seines  Besitzers  steuerfrei  bleibt,  waren  in  dem  genannten  Jahre
1  152  332  Personen,  die  mit  ihren  Angehörigen  4  347  875  Köpfe,  d.  i.  14,xi  °/ 0  der
Gesamtbevölkerung  ausmachen.  Die  besitzenden  Klassen  bilden  somit  nicht,  wie  behauptet
wird,  einen  verschwindenden  Bruchteil  der  Bevölkerung,  sondern  eine  Masse  von  erheblichem ­
  Gewicht,  insbesondere  wenn  man  berücksichtigt,  daß  zur  besitzenden  Klasse  auch
zahlreiche  der  Ergänzungssteuer  nicht  unterworfene  Personen  gehören.  So  ist  beispielsweise ­
  in  den  zahlreichen  Gegenden,  in  denen  der  Grundwert  200  Mark  für  das  Hektar
nicht  übersteigt,  der  Besitzer  eines  lastenfreien  Bauerngutes  von  30  Hektar  nicht  ergänzungssteuerpflichtig. ­

Der  Gesamtbetrag  des  steuerpflichtigen  Vermögens  machte  im  Jahre  1896
63,92  Milliarden  Mark  aus,  wovon  38,35  auf  die  Stadt  und  25,57  auf  das  flache  Land
sielen.  Das  auf  einen  Steuerträger  durchschnittlich  entfallende  Vermögen  betrug  in  den
Städten  73  723,  auf  dem  Lande  40  466  Mark.  Samt  ihren  Angehörigen  machten  die
Vermögenssteuerpflichtigen  in  den  Städten  1  717  908,  d.  i.  13,8%,  auf  dem  Lande
2  629  967  Köpfe,  d.  i.  14,32°/ 0  der  Gesamtbevölkerung  aus.
Im  allgemeinen  kann  man  sagen,  daß  das  durchschnittliche  Vermögen  der  Steuerpflichtigen ­
  und  die  Summe  des  steuerbaren  Vermögens  in  den  Städten  weit  größer  als
auf  dem  Lande  ist;  auch  ist  die  Zahl  der  großen  Vermögen  in  der  Stadt  weitaus  bedeutender. ­
  Auf  die  Steuerträger  mit  mehr  als  3000  Mark  Einkommen  entfallen  in  den
Städten  33,88,  auf  dem  Lande  11,72  Milliarden  steuerbaren  Vermögens.  Auf  dem
Lande  sind  die  kleinen  und  mittleren  Vermögen  häufiger,  der  auf  die  vermögenden
Schichten  entfallende  Anteil  der  Gesamtbevölkerung  ist  etwas  größer  als  in  den  Städten;
es  zeigt  bei  geringerem  Reichtum  eine  gleichmäßigere  und  gesündere  Vermögensverteilnng.
  Dagegen  ist  die  Gestaltung  der  Einkommensverhältnisse  in  den  Städten  eine
günstigere,  auch  in  Bezug  auf  die  kleinen  und  mittleren  Einkommen.  Während  auf  dem
Lande  über  drei  Viertel  der  Gesamtbevölkerung  von  einem  Einkommen  unter  900  Mark
leben  müssen,  entfallen  in  den  Städten  weniger  als  zwei  Drittel  der  Bevölkerung  auf
diese  Einkommensstufe.  Ein  Einkommen  von  900—3000  Mark  beziehen  in  den
Städten  30,9,  auf  dem  Lande  21,90/0  der  Gesamtbevölkerung  und  für  die  höheren  Einkommensstufen ­
  ist  die  Besetzung  in  den  Städten  fast  durchweg  mehr  als  drei  Mal  so
stark  wie  auf  dem  Lande.
Der  hervorragende  Anteil,  den  die  städtische  Industrie  an  unserem  wachsenden
Wohlstände  hat,  kommt  auch  hierin  klar  zum  Ausdruck.  Die  Städte  erscheinen  als  die
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