Full text : Bankpolitik

110

II.  Der  Geldmarkt.

Nleinbürgerstandes  abgehoben,  und  zwar  nicht  blos  5par-  sondern
auch  Scheckeinlagen,  und  durch  Larkassenführung  ersetzt.  Um  für  diesen
Kall  die  Zahlungsfähigkeit  der  Kreditbanken  zu  sichern  hat  die  bisherige ­
  amerikanische  Lankgesetzgebung  ein  prozentuelles  Deckungsverhältnis ­
  zwischen  Einlagen  und  Goldbestand  bei  den  Nationalbanken
verlangt  und  durch  den  Einfluß  der  Clearing-Häuser  war  diese  Korderung
auch  auf  die  andern  Aktienkreditbanken  (Trust  Companies)  übertragen
worden;  in  England  wurde  seit  zwei  vezenien  das  halten  selbständiger
Goldreserven  durch  die  Depositenbanken  verlangt  und  durchgesetzt
und  in  Deutschland  sollten  ähnliche  Bestrebungen  bei  den  Rreditbanken
  zur  Durchführung  kommen.  —  Die  Goldreserven  können  aber
nie  mehr  als  eine  relativ  kleine  Quote  der  Einlagen  darstellen  —  sonst
würde  der  hauptnutzen  der  Kreditbanken  bedroht-  eine  wirksame  Sicherung ­
  gegen  Paniken  kann  darum  in  den  Rassenreserven  allein  nicht
erblickt  werden,-  nur  ausgiebiger  Gebrauch  der  Note  kann  in  jenen  Zeiten ­
  helfen,  in  welchen  das  Ueberweisungssgstem  von  einer  namhaften
Zahl  jener,  die  es  bisher  benützten,  aufgegeben  wird.  Der  Umfang
der  Ersatzmöglichkeit  hängt  von  dem  Verhältnis  zwischen  Noten  und
metallischen  Zahlungsmitteln  in  der  Zirkulation  ab.
Die  Zentralisation  des  Goldbestandes.
Weit  intensiver  als  die  Förderung  des  Ueberweisungsverkehrs
wirkt  die  Zentralisation  des  Goldbestandes  bei  der  Notenbank:  sie  vermag ­
  die  Ansprüche  aus  dem  innern  Verkehr  für  Zirkulationszwecke
außerordentlich  stark,  unter  besonders  günstigen  Umständen  bis  auf
Null  herabzudrücken.
Die  Krage  nach  den  Vorteilen  der  Zentralisation  des  Goldes  war
im  vorigen  Jahrhundert  zu  wiederholtenmalen  gestellt  worden,  namentlich ­
  bei  Beseitigung  des  Sgstems  des  Zwangskurses.  Ausführlich
war  sie  in  England  diskutiert  worden,  als  nach  den  Wiegen  mit  dem
ersten  Napoleon  der  Zwangskurs  wieder  aufgehoben  werden  sollte.
Damals  hatte  sich  in  energischer  weise  Ricardo  für  die  Notenzirkulation
ausgesprochen:  „Eine  Währung  kann  als  vollendet  gelten,  wenn  sie
unveränderlichen  8tandard  hat  und  bei  ihrem  Gebrauch  die  äußerste
Qekonomie  angewendet  wird.  .  .  Papiergeld  hat  bei  richtiger  Bemessung ­
  der  Quantität  einen  Grad  der  Sicherheit  der  Wertbeständigkeit ­
  des  Zirkulationsmittels,  den  keine  andere  Korm  erreicht.  .  .  Zn
der  nächsten  Session  des  Parlaments  wird  eine  Partei  für  die  Aufnahme ­
  der  Barzahlungen  eintreten.  Eine  gut  regulierte  Papierwäh-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.