Full text : Bankpolitik

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II.  Der  Geldmarkt.

Rußland  und  Italien  im  Beginn  stocken  und  legte  auch  den  drei
großen  Goldzirkulationsländern  die  Srage  nach  einer  Aenderung  des
Umlaufsmittels  auf.  In  England  hat  die  Bewegung  zur  Einführung
der  kleinen  Note  bis  zum  Nriegsbeginn  nicht  erfolgreich  gewirkt,  in
veutschland  dagegen  machte  sie  im  letzten  Jahrzehnt,  mitbegünstigt
durch  die  starke  Wirkung  der  Lehren  Nnapps,  immer  größere  Zortschritte,-
  die  Wendung  der  Anschauungen  wird  am  deutlichsten  durch
die  Verschiebung  der  Position,  welche  Anhänger  und-  Gegner  der  Goldzirkulation ­
  besitzen,  charakterisiert:  vor  zwanzig  Jahren  mußte  man  in
Veutschland  das  Eintreten  für  kleine  Noten  rechtfertigen,  heute  aber
das  Eintreten  für  die  Goldzirkulation.
Sassen  wir  die  Argumente  zusammen,  die  für  die  Goldzirkulation
in  den  verschiedenen  Neichen  vorgebracht  werden.  Es  finden  sich  darunter ­
  einige  traditionelle,  die  in  die  Gegenwart  nicht  mehr  hineinpassen,
die  Sälschbarkeit  der  kleinen  Noten,  die  noch  zu  Beginn  des  vorigen
Jahrhunderts  sehr  leicht  fiel,  ist  mit  dem  Fortschritt  der  Verbesserung
des  Notendrucks  sehr  erschwert  worden;  verglichen  mit  dem  gesummten
Umlauf  ist  die  Zahl  der  gefälschten  Noten  verschwindend  geringe  ebensowenig ­
  darf  heute  noch  ernstlich  der  alte  Angriff  wiederholt  werden,
daß  ini  Sall  des  Zusammenbruchs  der  Notenbank  bei  Ausgabe  kleiner
Noten  die  sozial  schwächsten  Kreise  der  Bevölkerung  getroffen  werden.
Dieses  Argument  hatte  in  den  Zeiten  der  kleinen  Notenbanken  seine
volle  Berechtigung,  aber  in  unseren  Tagen  der  Monopolnotenbank
ist  es  gegenstandslos  —  denn  die  Monopolnotenbank  kann  zwar  die
Einlösung  der  Noten  in  Metall  einstellen,  aber  nie  zusammenbrechen.
Auch  das  angeblich  stärkere  Einlösungsverlangen  der  Inhaber  kleiner
Noten  in  Zeiten  der  Panik  läßt  sich  nach  den  Erfahrungen  der  letzten
Generation  nicht  konstatieren,-  im  Gegenteil  pflegt  der  Verkehr  die
kleinen  Noten  gerade  in  solchen  Tagen  zäh  festzuhalten,  ver  furchtsame
Einleger  hebt  in  unruhigen  Zeiten  sein  Guthaben  ab  und  gibt  es  in
Metallgeld  in  die  Nasse-  aber  dem  Arbeiter  fällt  es  kaum  je  ein  Bezahlung ­
  in  Noten  zurückzuweisen,  die  ihm  ja  doch  der  Warenkaufmann
als  Zahlung  abnimmt.
Weit  mehr  Berechtigung  hat  der  Einwand  der  Jnflationsmöglichkeit,
  der  von  der  entgegengesetzten  Beobachtung  —  dem  starken  Sesthalten
  des  Verkehrs  an  den  kleinen  Noten  —  ausgeht.  Es  ist  selbstredend ­
  ungleich  leichter,  ein  Uebermaß  von  Geld  in  den  Verkehr  zu
bringen,  wenn  nur  Noten,  nicht  Gold  in  die  Zirkulation  eindringen.
Die  Gefahr  liegt  in  zwei  Süllen  besonders  nahe:  Bei  Uebergang
  von  der  Goldzirkulation  zur  Goldzentralisation  und  in  Zeiten
            
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