Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

fiten  in  Anlagewerte  umzuwandeln,  indem  sie  Emissionen  von  Wertpapieren ­
  vornehmen  und  sie  bei  ihren  Runden  unterbringen.  Im  Interesse
des  Emissionsgeschäftes  ist  billiger  Lffektenkredit  und  niedriger  Privatsatz
erforderlich,  welch  letzterer  sich  auch  als  Kolge  der  Verwendungspflicht
ergibt.  Darin  liegt  die  Lösung  des  Problems,  daß  die  Kreditbanken
in  vepressionszeiten  sich  mit  besonders  niedrigem  Privatsatz  begnügen,
während  man  doch  aus  der  Verzinsungspflicht  für  die  fremden  Gelder,
dem  hohen  Eigenkapital  und  dem  Kehlen  einer  Hemmung  des  privaten
Gewinninteresses  durch  staatlichen  Einfluß  auf  das  Gegenteil  zu  schließen
geneigt  wäre.  Wie  wir  früher  ausführten,  ist  die  Ansicht  weit  verbreitet,
daß  die  Notenbanken  im  Interesse  der  starken  Notenemission  niedrigen
Zins  begünstigen,  und  sie  hat  in  der  Gesetzgebung  mehrfach  Niederschlag ­
  gefunden.  Käst  ebenso  einstimmig  glaubt  aber  die  Literatur  ein
Interesse  der  Kreditbanken  an  hohem  Zins  feststellen  zu  können,  und
eifrige  Verteidiger  der  Kreditbankpolitik  wissen  darauf  nur  zu  erwidern,
daß  diese  Tendenz  nicht  in  allen  Källen  zum  Durchbruch  kommt.  Die
Krage  ist  aber  bisher  nicht  aufgerollt  worden,  wie  denn,  wenn  diese
beiden  Keststellungen  zutreffen,  der  Kampf  der  Notenbanken  gegen  die
zeitweise  zu  niedrigen  Geldmarktsätze  der  Kreditbanken  zu  erklären  sei.
3.  Entscheidend  für  die  Liquidität  der  Notenbank  ist  das  Verhältnis ­
  zwischen  Nketallbestand  und  Notenumlauf,-  der  Nketallbestand
  hängt  von  der  Zahlungsbilanz  und  der  Umlaufsmittelorganisation
ab  undist  nicht  beliebig  und  vor  allem  nicht  rasch  vermehrbar.  OieNotenbank
  muß  daher  sich  eine  Goldreserve  zu  schaffen  trachten,  die  groß  genug
ist,  um  nach  Bestreitung  der  Goldzirkulations-  und  Goldzahlungsansprüche ­
  für  den  ausländischen  Bedarf  am  Höhepunkt  einer  konjunktur
  und  zur  angespanntesten  Jahreszeit  eine  genügende  Grundlage
für  den  um  diese  Zeit  sehr  erweiterten  Notenumlauf  zu  bieten.  Eine
Zurückdämmung  der  Notenzirkulation  ist  aber  fast  unmöglich.  Die
Neichsbank  oder  die  Desterreichisch-Ungarische  Bank  betreiben  zum
Beispiel  in  weitaus  vorherrschender  Weise  den  Wechselkredit,-  mit
dem  Fortschreiten  der  Konjunktur  ist  es  ihnen  nicht  möglich  ganze
Gruppen  von  Konten  abzustoßen,  um  die  Inanspruchnahme  zu  verringern, ­
  da  der  Bedarf  an  Betriebskredit  zunimmt.  Nur  zum  geringeren
Teil  Lenkerin  der  Bewegungen  von  Nketallbestand  und  Notenumlauf
muß  die  Notenbank  eine  langsichtige  Diskontpolitik  treiben,  die  die
Rücksicht  auf  die  Höchstanspannung  nicht  aus  dem  Auge  läßt.
Kür  die  Bewegungsfähigkeit  der  Kreditbanken  dagegen  ist  oas
Verhältnis  zwischen  Zufluß  von  Depositen  und  Kreditoren  und  Unterbringung ­
  von  Akzepten  zur  Kreditinanspruchnahme  entscheidend.
            
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