2. Kap. Die freie Preisbildung. Die Marktpreise.
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einem Versuche, denselben zu erwerben, führt. Im Gegensatz zu dem abstracten
hat der concrete Werth eine ganz specielle Beziehung zu den individuellen
Bedürfnissen der Einzelnen. Hierunter ist der Werth zu verstehen, welchen
ein bestimmtes Gut zu einem gegebenen Zeitpunkt für eine bestimmte Person
besitzt i.
Es bleibt uns noch übrig, auf eine irrige Anschauung hinzuweisen, nöm=
ļich auf die Behauptung, daß der Werth eines Gutes für jedermann in dem
Maße abnehme, als die davon besessene Menge größer sei. Dieselbe ist sogar
^ann unrichtig, wenn man sie auf die Armen beschränken will und aus
folgende Weise formulirt: .Die Befriedigung, welche einem Unbemittelten
daraus erwächst, daß er eine Mark mehr besitzt, ist größer als die einem
Ņeichen durch die gleiche Thatsache verschaffte? Man kann den Werth der
Tinge und die Befriedigung, welche die Sachgüter den Menschen gewähren,
ņicht nach allgemein gütigen Regeln bemessen, sondern nur in sehr unvoll
kommener Weise nach den Preisen berechnen, welche für diese Güter gezahlt
werden. Es ist zweifellos, daß viele Reiche wenig Genuß von ihrem Ver
wiegen haben; dasselbe ist aber sehr vielfach auch bei den Minderbemittelten
"nd den Armen der Fall. Es ist nicht ausgemacht, daß einem Millionär
durch die ihm zur Verfügung stehenden Genüffe und Annehmlichkeiten weniger
kubjective Befriedigung verschafft wird als einem Handwerksmann durch das
descheidene Maß von Luxus und Komfort, dessen er sich erfreuen kann. Ein
wkt einem glücklichen Temperament ausgestatteter Reicher — und es gibt deren
wele. sehr viele — wird sich besser zu vergnügen und auch in edlerem Sinne
glücklicher zu sein verstehen als ein melancholischer Schuhmacher und ein stets
. ' Rau bemerkt a. a. O. 95 betreffs des concreten Werthes sehr treffend: ,Jn
cr Regel hat man zur Erreichung eines Zwecks für einmal oder für einen gewissen
Şltraum nur eine gewisse Menge von Sachen nöthig (es ist z. B. das zweite
. ^ņiplar des geschätzten Buches, Kupferstichs u. s. w. für den Eigenthümer fast ohne
°Ncreten Werth). Ein Vorrath, der zu diesem Vedarse gehört, wird nach seinem ge
lten Gattungswerthe geschätzt. Man strebt ihn zu erwerben, wenn man ihn noch
ìcht besitzt, und scheut hierzu einen gewissen Aufwand nicht; man ist dagegen ab-
3" veräußern. Ein diesen Bedarf übersteigender Vorrath dagegen ist über-
sein Gebrauchswerth ist ruhend und gibt weder zur Erwerbung noch zur
ryaltung des betreffenden Gutes Anlaß.' ... S. 97 : .Wenn man das Vermögen
"es ganzen Volkes überblickt, so kann man die vorhandenen, zu eigenem Gebrauche
d .'^înten Güter nach ihrem vollen Gattungswerth anschlagen, indem man annimmt,
theil concre tcr Werth schon bei den jetzigen Besitzern oder nach beendigter Ver
,^'wng dem erstem gleichkommt.' - Das ist selbstverständlich nur m allgemeinen an-
'"Ņen. da das Urtheil der meisten Menschen betreffs der verschiedenen Gattungen
n "tern eine gewisse Uebereinstimmung zeigt. Gewisse Individuen pflegen aber
and °"^s geartete Geschmacksrichtung zu haben und dementsprechend gewisse Güter
Şŗs zu bewerthen, als es die Mehrheit der Menschen zu thun gewohnt ist.