Full text : Bankpolitik

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5.  Die  „fremden  Gelder".

haben  der  Industriegesellschaften,  welche  der  Deckung  späterer  Jn*
vestitionen  dienen  sollen.
4.  Erlös  aus  Ronsortialgeschäften,  den  der  Schuldner  nicht  sofort
benötigt,-  die  Zeit  der  Ueberlassung  dieser  Gelder  ist  meist  vertragsmäßig ­
  festgelegt.
5.  Spareinlagen,  die  lediglich  des  Zinsnutzsns  wegen  gemacht
werden,  bei  denen  weder  persönlicher  verbrauch  noch  Investition  in
näherer  Zeit  beabsichtigt  ist.
Zur  die  Summe  der  Einlagen  der  ersten  Art  aus  der  Uebergabe  der
Rasseführung  an  die  Banken,  ist  in  Reichen  mit  eingebürgertem  Scheckverkehr ­
  die  höhe  der  Zinsvergütung  ohne  Bedeutung:  die  Sicherheit
gegen  Verlust  des  Geldes,  die  bequeme  Leistung  selbst  der  größten
Zahlungen  überallhin  läßt  die  Bankübertragung  als  so  großen  Vorteil ­
  erscheinen,  daß  die  Frage  der  Zinsenvergütung  für  diese  Guthaben
(die  bei  eigener  Rassenführung  selbstverständlich  nichts  tragen  würden)
in  den  Hintergrund  tritt.  Zn  England  wird  für  solche  Einlagen  kein
Zins  vergütet:  die  Gewohnheit  der  Bevölkerung  und  die  Roftspieligkeit
  und  Unbequemlichkeit  aller  andern  Zahlungsformen  namentlich
auch  von  Drt  zu  Grt  läßt  die  Uebernahme  der  Rassenführung  als  einen
Dienst  erscheinen,  den  die  Banken  dem  Publikum  gewähren,-  in  Reichen
aber,  in  denen  der  bankmäßige  Zahlungsverkehr  sich  erst  einbürgern
muß  und  in  denen  die  Einlagenkonditionen  unter  den  Banken  nicht  so
einheitlich  geregelt  sind  wie  in  England,  wird  auch  für  solche  Einlagen
Zinsvergütung  geleistet.
Oie  Vergütung  für  alle  anderen  Einlagearten  hängt  mit  der  höhe
der  Bankrate  zusammen.
6.  Eine  Gruppe  der  fremden  Gelder,  die  in  der  neueren  Literatur ­
  der  Preistheorie  besondere  Beachtung  gefunden  hat,  stellen  die
aus  Rreditgewährung  der  Bank  selbst  herrührenden  Depositen  dar.
Wenn  jemand  für  50.000  Mark  Wechsel  diskontiert  und  den  Betrag
einstweilen  der  Bank  überläßt,  so  werden  ihm  die  50.000  Mark  gutgeschrieben, ­
  während  die  Wechsel  unter  die  Aktiven  eingestellt  werden.
Oie  Bank  hat  somit  auf  Grund  eines  Buchkredits  Wechsel  gekauft,  den
sie  selbst  geschaffen  hat,  sie  hat  eine  neue  Aktivpost  gewonnen,  ohne  daß
sich  ihre  Rasse  oder  ihr  Guthaben  bei  anderen  Banken  verringert  hat.
Manche  Autoren,  namentlich  amerikanische  Nationalökonomen,  haben
an  den  Vorgang  weitreichende  Ronsequenzen  geknüpft  und  in  dieser
Geldschaffung  eine  der  Hauptursachen  der  Preissteigerung  erblickt:  es
scheint  jedoch  die  praktische  Bedeutung  derartiger  Depositen  stark  überschätzt ­
  zu  werden.  Der  Diskonteur  verzichtet  auf  den  Zinsgenuß  des
            
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