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II. Der Geldmarkt.
schaffung des Währungsgeldes — Metall oder Noten — trifft aus
schließlich die Zentralnotenbant. Die Kreditbanken müssen darauf ach
ten ein genügend starkes Girokonto bei der Notenbank zu halten und
einen hinreichenden Besitz an wechseln, der ihnen den Zutritt zur No
tenbank sichert.
Oer dritte Liquiditätsgrund für die Kreditbanken liegt in der
Notwendigkeit zu Zahlungen an das Ausland begründet. Auch im
Verkehr der Kreditbanken mit dem Ausland findet Ueberweisung statt:
jede größere Bank steht im Ausland, wenn sie dort nicht direkt Filialen
unterhält, mit andern Banken („den Korrespondenten") in Verbindung,
die ihr in verschiedenen Formen internationalen Ueberweisungsdienst
leisten. Oer Kunde einer deutschen Kreditbank, der nach Italien
Zahlungen zu leisten hat, kann dies entweder durch Kauf eines Schecks
auf den Korrespondenten seiner Bank in Italien oder dadurch be
sorgen, daß er seine Bank ersucht, durch ihren Korrespondenten an
seinen Gläubiger in Italien den bestimmten Betrag auszuzahlen.
Auch der Kreditbrief, den die Bank ihrem Kunden bei Auslandsreisen
mitgibt, ist nichts anderes als eine Anweisung zur Auszahlung an den
Kunden unter Belastung des Konto, welches die Bank bei ihrem
Korrespondenten hat,- der Korrespondent in Italien nimmt bei der
Bank in Deutschland die gleichen Dienste in Anspruch. Nur die Saldis
werden bar beglichen, soferne nicht die Bank die Schuld an ihren Korre-
spondenten mit einem Scheck auf eine Bank in einem andern Land
begleichen kann, bei der sie ein Guthaben besitzt, oder mit wechseln
auf das Land ihres Korrespondenten, die sie bei Kunden oder auf dem
Markt kauft. Die Varbegleichung kann im internationalen verkehr
nur in Gold, nicht in Noten bestehen, und das Gold muß regulär bei
der Notenbank geholt werden. Auch hier trägt die Notenbank die Sorge
für die Begleichung der Saldi im internationalen verkehr, und die
Kreditbanken brauchen sich gleichfalls bloß den Zutritt zu ihr freizu
halten.
wo somit eine Zentralnotenbank vorhanden ist und die Banken
es nicht unter ihrer würde halten bei ihr zu rediskontieren, dort wird
der Forderung der Liquidität in erster Linie durch starken Wechselbestand
und Besitz eines Giroguthabens bei der Notenbank, in zweiter durch kurz
fristige Effektenkredite Genüge getan,- wo die großen Banken nicht redis
kontieren wie in England, dort werden zur Wahrung der Liquidität vor
nehmlich kurzfristige Effektenkredite gegeben und Broker-Wechsel diskon
tiert, die im Notfall dem Broker, wenn auch nicht der Bank, den Zu
tritt zur Notenbank öffnen; wo keine Zentralbank besteht, wie bisher