Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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auf den künftigen Credit in Anschlag bringt. Die Speicherun 
gen sowie die Ausgleichungen zwischen den verschiedenen Be 
zirken, an welche der ziemlich phantasiereiche Yolkstribun in 
seinem System und Reich dachte, brauchen wohl kaum erwähnt 
zu werden. Dieses Nebenwerk tritt gegen den zweiten Grund 
irrthum zurück, der eine Rohheit der Auffassung enthielt, die 
ebenfalls der Nationalökonomie in ihrer physiokratischen Ge 
stalt, in einem gewissen Maass aber auch noch dei’jenigen Adam 
Smiths eigen war, ja sogar noch heute in verschiedenen Syste 
men eine Rollo spielt. Es ist dies die Meinung, welche mit 
der VolkswirthSchaft und mit der Versorgungsfrage fertig zu 
sein glaubt, wenn sie nichts weiter als den Ackerbau und den 
Ertrag der ländlichen Grundstücke regulirt hat. Diese Be 
schränkung der ökonomischen Gedanken auf den Ackerbau, 
wie wir dieselbe in ihren widerwärtigsten Conseíjuenzen auch 
bei einem Malthus angetroffen haben, ist einerseits als ein Volks- 
vorurtheil, andererseits in ihrer allermodernsten und gegen 
wärtigen Gestalt als eine Rückwirkung der feudalistischen 
Denkweise zu betrachten. Es darf daher nicht befremden, dass 
der Volkstribun Gracchus Babeuf mit den Gonsequenzen dieser 
so vielseitig anerkannten Idee Ernst machen wollte. Er hatte 
ebensowenig wie die ideologische Nationalökonomie seiner Zeit 
eine Ahnung davon, dass in der modernen Welt die entschei 
dende Triebkraft für die Beschaffung von Existenzmitteln an 
derswo zu suchen wäre, als im Gebiet des Grundeigenthums. 
Seine antiken Vorbilder mögen zur rohen Gestaltung seiner 
Ideen nicht wenig beigetragen haben. Allein seine Entwürfe 
Würden vielleicht noch schlimmer ausgefallen sein, r/venn er 
noch einige Trugbilder der Nationalökonomie zum Führer ge 
nommen hätte. 
4. Man sieht aus den Schriftstücken, dass er Mably 
kannte und Rousseaus Antrieben folgte; aber auch seine eignen 
Vorstellungen und deren Ausdrucksform sind offenbar kernig 
genug, um als Beurkundungen eines energischen selbständigen 
Geistes mehr Werth zu haben, als ganze Massen einer spä 
teren, dürftigen und schwächlicherr Literatur über denselben 
Gegenstand. In der bei Buonarroti (Bd. II S. 137 fg.) als Be 
lagstück abgedruckten kurzen Darstellung der Hauptprincipien 
Babeufs wird (S. 145) die Idee entwickelt, dass durch Theilung 
und Aneignung des Grundeigenthums die Ungleichheit und
	        
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