Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Chemische  Fabrik  auf  Actien  (vorm.  E.  Schering),  Berlin-Charlottenburg.

Doppelte  dieser  Beiträge  als  Zuschuß  zu  zahlen,  gestützt  wird,  konnte  sich  von  diesem  Zeitpunkte ­
  an  nicht  nur  ruhig  weiter  entwickeln,  sondern  wurde  so  ausgebaut,  daß  sie  nunmehr
über  ein  Vermögen  von  905  000  M.  verfügt.
Die  Aufwendungen  der  Fabrik  für  diese  Kasse  betrugen  bis  ultimo
Dezember  1912  940  000  M.
Schon  lange  war  es  der  Wunsch  des  Vorstandes,  den  Hinterbliebenen  der
Beamten  der  Gesellschaft  auch  eine  Versorgung  zu  schaffen.  Das  in  Vorbereitung ­
  befindliche  Gesetz  für  Angestelltenversicherung  gab  willkommenen
Anlaß,  die  Umwandlung  der  bereits  bestehenden  Pensionskasse  in  eine  Zuschußkasse ­
  in  die  Wege  zu  leiten  und  hierfür  weitere  größere  Mittel  bereitzustellen. ­
  Zu  diesem  Zweck  hat  eine  Trennung  infolge  des  Generalversammlungsbeschlusses ­
  vom  30.  Mai  1912  des  auf  beide  Mitgliederklassen  (Beamte
und  Arbeiter)  entfallenden  Vermögens  stattgefunden.  Die  Beamten,  welche
bisher  2  %  ihres  Einkommens  gezahlt,  haben  sich  bereit  erklärt,  jetzt  Beiträge
in  Höhe  von  6  %  ihres  festen  Gehaltes  zu  leisten.
Die  Zuschüsse  der  Fabrik  betragen  einschließlich  der  Versicherung  für
Angestellte,  solange  es  die  Vermögenslage  der  Kasse  erfordert,  12%.
Zur  Arbeiterpensionskasse  betrugen  die  Beiträge  der  Arbeiter  2  %,  die  der
Firma  4  %.  Neuerdings  sollen  die  Beiträge  der  Arbeiter  auf  3  %,  die  der  Firma
auf  6  %  heraufgesetzt  werden.
Eine  besondere  Kasse  für  die  Reliktenverso  rgung  der  Arbeiter  ist  noch
nicht  vorhanden.  Hier  tritt  vielmehr  die  sogenannte

ALLGEMEINE  UNTERSTÜTZUNGSKASSE  ein,  für  welche  die  Firma
aus  dem  jeweiligen  Jahresgewinn  bis  jetzt  einen  Beitrag  von  240  000  M.
aufgebracht  hat.  Für  diese  Kasse  haben  die  Arbeiter  keine  Beiträge  zu  entrichten. ­

Für  die
ARBEITERKRANKENKASSE  hat  die  Firma  aus  eigenen  Mitteln  bis  jetzt  190  000  M.
gezahlt.
Die  Zuwendungen  der  Firma  zur
INVALIDITÄTSVERSICHERUNG  betragen  bis  jetzt  106  000  M.
und  zur

UNFALLVERSICHERUNG  220  000  M.
An  den  kirchlichen  Festtagen,  die  auf  einen  Werktag  fallen,  zahlt  die
Fabrik  ihren  Arbeitern  den  vollen  Lohn.  Der  Ausfall  hierfür  beträgt
bisher  350  000  M.
Von  der  Fabrik  ist  also  die  gewaltige  Summe  von  .  2046000  M.
für  Wohlfahrtsbestrebungen  aufgebracht.
Denjenigen  Arbeitern,  welche  20  Jahre  in  der  Fabrik  tätig  gewesen  sind,  wird  aus
Mitteln  der  Gesellschaft  und  dem  Zinsertrag  eines  von  dem  Begründer  des  Hauses  gestifteten ­
  Kapitals  von  6000  M.  eine  Spende  von  100  M.  zuteil.
Aus  vorstehendem  ergibt  sich,  daß  die  Chemische  Fabrik  auf  Actien  (vorm.  E.  Schering)
weit  über  ihre  gesetzlichen  Verpflichtungen  hinaus,  und  lange  bevor  solche  bestanden  haben,
bestrebt  gewesen  ist,  für  ihre  Beamten  und  Arbeiter  Wohlfahrtseinrichtungen  zu  schaffen,
die  an  Großzügigkeit  nichts  zu  wünschen  lassen.
            
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